Einbruchsserie aufgeklärt : Polizei fasst Diebesbande

Jens Bergmann, Leiter der Kriminalpolizei des Landkreises Märkisch-Oderland während der Pressekonferenz.
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Jens Bergmann, Leiter der Kriminalpolizei des Landkreises Märkisch-Oderland während der Pressekonferenz.

Vier Bad Freienwalder im Alter von 18 bis 23 Jahren ermittelt. Der Schaden beträgt bei 98 Einbrüchen rund 100 000 Euro.

svz.de von
11. August 2016, 04:45 Uhr

Die Einbruchsserie, die seit Februar die Stadt Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland) in Atem hielt, scheint gestoppt. Die Polizei hat vier Bad Freienwalder im Alter von 18 bis 23 Jahren ermittelt. Sie wirft ihnen schweren Bandendiebstahl vor.

Fast täglich meldete die Polizei in den vergangenen Monaten Einbrüche in Behörden, Imbisse, Praxen, Betriebe, Kindertagesstätten und Ladengeschäfte. Die Täter hebelten meist Türen und Fenster auf oder stiegen wie beim Evangelischen Kindergarten in Bad Freienwalde über das Dach ein. Meist verursachten sie dadurch einen höheren materiellen Schaden als durch den Diebstahl selbst.

„Die Täter hatten es auf Bargeld, kleine Elektronikgeräte, die sich leicht verwerten lassen, abgesehen“, sagte Jens Bergmann, Leiter der Kriminalpolizei Märkisch-Oderland, gestern bei einer Pressekonferenz im Bad Freienwalder Rathaus. Gegenwärtig könne die Polizei den Tätern 98 Einbrüche nachweisen, bei denen insgesamt ein Schaden von rund 100 000 Euro entstanden sei. Alle Täter stammten aus Bad Freienwalde. Sie hatten die Taten vom Auskundschaften bis zum Einbruch gemeinsam begangen. Ferner wirft ihnen die Polizei 33 versuchte Einbrüche vor, wo sie jeweils einen Schaden von 300 bis 500 Euro verursachten.

Die Polizei habe eine siebenköpfige Ermittlungsgruppe aus verschiedenen Abteilungen gebildet und ihr Personal auf den Straßen von Bad Freienwalde verstärkt, indem sie durch uniformierte Beamte die Präsenz erhöhte und zusätzlich zivile Kräfte einsetzte, sagte der Kripo-Chef. Auch die Bereitschaftspolizei sei hinzugezogen worden, betonte Bergmann. Er dankte auch den Bürgern in Bad Freienwalde, die der Polizei wichtige Tipps gaben, wo sich Einbrüche konzentrierten und sich Diebesgut befinden könnte. Zwei Tresore seien in einem Fließ unweit des Rathauses entdeckt worden, so der Beamte. Die Stadt Bad Freienwalde habe die Polizei logistisch unterstützt.

Diese Strategie führte letztlich zum Erfolg. Nach einem Einbruch am 23. Juli konnte der erste Täter ermittelt und festgenommen werden. „Der Einbruch wurde schnell gemeldet, sagte der Kripo-Chef. Aufgrund der Methode des Einbruchs „mit einem markanten Hebewerkzeug“ konnte die Polizei den Täter überführen. Danach ging es ganz schnell. Die Polizei konnte bald zwei Komplizen festnehmen. Gegen sie seien Haftbefehle beantragt und von den Amtsgerichten Bad Freienwalde und Frankfurt (Oder) vollstreckt worden. Der vierte Täter sei bekannt, aber noch flüchtig. Die Diebe seien der Polizei wegen ähnlicher Straftaten bereits bekannt. Die Diebe hätten die Einbrüche begangen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren und die Ausgaben für ihre Spielsucht zu decken, sagte Jens Bergmann.

Auch nach der Festnahme laufe die Polizeiarbeit weiter. Es sei ein großer Ermittlungsaufwand erforderlich, um die Ergebnisse der Spurensicherung zu objektivieren und der Staatsanwaltschaft Beweise vorzulegen, so Bergmann. Ziel sei es, dass die Täter weiter in Haft bleiben. Auf sie wartet mindestens ein Jahr Gefängnisstrafe, zitierte der Polizeibeamte aus dem Gesetz. Das aufgefundene Diebesgut könne, soweit noch vorhanden, den rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben werden. Erforderlich sei aber, dass sie ihr Eigentum genau beschreiben, Fotos zeigen, Typenbezeichnungen nennen oder Einkaufsquittungen vorlegen können, sagte Bergmann. Sie erleichterten dadurch der Polizei die Arbeit, die die Herkunft jedes gefundenen Gegenstandes bis ins Detail ermitteln müsse. Seit die Täter gefasst wurden, seien in Bad Freienwalde keine Einbrüche mehr gemeldet worden, so Bergmann.  

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