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Außenminister-Treffen : Polit-Prominenz blockiert Potsdam

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der Außenminister holt fast 60 Amtskollegen zur Konferenz und Stadtbesichtigung nach Potsdam. Eine Stadt im Ausnahmezustand

Hubschrauber patrouillieren über Potsdam und Polizeiboote auf der Havel. Busse und Straßenbahnen werden gestoppt, eine Hauptverkehrsachse abgeriegelt, die City zeitweise gesperrt. Wenn heute die Außenminister der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zum informellen Treffen mit großer Stadtrundfahrt in Potsdam zusammenkommen, wird es eng für Einwohner, Pendler und Gäste.

„Zu Fuß wird die Stadt auf jeden Fall zu jeder Zeit und an fast jedem Punkt erreichbar bleiben“, hält Stadtsprecher Stefan Schulz als Trost parat. Das heißt: Für Autofahrer und für Radfahrer ist kaum ein Durchkommen.

Aus Sicherheitsgründen sind nur wenige Sperrmaßnahmen im Vorfeld bekannt. So wird die Durchgangsstraße Pappelallee in der nördlichen Innenstadt bis zum Tagungshotel bis zum Abend völlig abgeriegelt, auch für Radfahrer und Fußgänger. „Hausarrest“ für die Anwohner bedeute das nicht, unterstreicht der Sprecher des Polizeipräsidiums, Dietmar Keck. „Die Häuser sind alle von hinten erreichbar.“

Abschnittsweise abgeriegelt wird die Innenstadt ab Nachmittag nach Ende der offiziellen Konferenz. Dann besichtigen die Außenmini-ster die russische Kolonie Alexandrowka und tingeln mit der historischen Straßenbahn durch das Zentrum. Danach kommt der Schiffsverkehr auf der Havel zum Erliegen. Denn die Staatsmänner unternehmen eine Bootsfahrt vom Hafen der Weißen Flotte zur Glienicker Brücke. Dafür wird die Havel abschnittsweise gesperrt.

Die Brücke gilt als Symbol der früheren Teilung Europas. Während der deutschen Teilung gehörte sie halb zum Westen und halb zum Osten. Im Kalten Krieg wurden auf ihr Agenten ausgetauscht. Steven Spielberg drehte dort den Film „Bridge of Spies“. Wenn die Außenminister das Bauwerk besichtigen, wird es gesperrt. Die normalen Touristen sollen davon aber nur wenig betroffen sein.

„Die Ausflugsfahrten werden davon kaum behindert“, betonte eine Sprecherin der Weißen Flotte. „Es kann nur sein, dass man mal 10 oder 15 Minuten warten muss.“ Anders ist es bei den Stadtrundfahrten „Alter Fritz“. „Wir werden definitiv unsere Routen vom Hauptbahnhof in Richtung Park Sanssouci ändern müssen, je nachdem wie das mit der zeitweisen Sperrung der Havelbrücken läuft“, sagte ein Sprecher. „Wenn beide großen Brücken gleichzeitig dicht wären, hätten wir ein Problem.“

Das Auswärtige Amt hält sich sehr bedeckt zum Programm der Außenminister. So ist unklar, ob US-Außenminister John Kerry kommt, was noch höhere Sicherheitsmaßnahmen bringen könnte. „Die USA gehört zu den 57 OSZE-Staaten“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes vieldeutig. Die Amerikaner verlangen meist scharfe Sicherheitsmaßnahmen. Da werden auch schon mal Gully-Deckel zugeschweißt und Scharfschützen postiert.

Keck rechnet auf jeden Fall mit Hubschraubern über der Stadt, die ständig aktuelle Bilder für das Lagezentrum liefern. „Das ist bei einer solchen Lage nicht ungewöhnlich“, sagte der Polizeisprecher. Denn rund um das Treffen sind auch Proteste angekündigt.  

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