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Targatz GmbH in Eberswalde : Polen übernehmen Wäscherei

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Eberswalder Traditionsbetrieb Targatz beendet Insolvenz: Neuer Eigentümer kündigt Investitionen an

Aus der Insolvenz heraus ist die Wäschereibetriebe Targatz GmbH in Eberswalde (Barnim) gerettet worden. Zum 1. August übernimmt ein neuer Eigentümer den Traditionsbetrieb, der 2018 sein 90-jähriges Bestehen feiert. Alle 100 Arbeitsplätze bleiben erhalten.

Einem polnischen Investor verdankt die Großwäscherei die Chance zum Neuanfang. Dem mit dem Insolvenzverfahren betrauten Templiner Rechtsanwaltsbüro Müller, Naarmann und Eppert ist, unterstützt durch die Beratungsgesellschaft Paul und Collegen aus Berlin, der Verkauf des Eberswalder Unternehmens an die HTS Deutschland GmbH gelungen. Der neue Eigentümer wiederum ist eine Tochtergesellschaft der Hollywood SA aus Polen, zu deren Unternehmensverbund bereits 13 Wäschereibetriebe gehören.

„Wir sind froh, dass wir den Zuschlag für die Eberswalder Wäscherei bekommen haben. So gelingt uns der Sprung nach Deutschland“, sagt Andrzej Konieczkowski, Geschäftsführender Gesellschafter der Hollywood SA. Der neue Eigentümer gibt sich überzeugt, dass er mit den zuverlässigen und engagierten Mitarbeitern die Kunden aus vielen Branchen auch weiterhin zufriedenstellen könne.

Die neue Gesellschaft werde als HTS Targatz GmbH firmieren und in den nächsten drei Jahren eine Million Euro investieren. Es sei vorgesehen, Geschäft und Kapazitäten am Standort Eberswalde auszubauen. Vertraglich sei garantiert, dass keine Arbeitsplätze abgebaut und schwerpunktmäßig Arbeitnehmer aus der Region beschäftigt würden, teilte der Rechtsanwalt Frank Eppert mit, der in der Barnimer Kreisstadt kein Unbekannter ist. Der Insolvenzverwalter hatte sich vergeblich bemüht, dem Walzwerk Finow nach dessen zweiter Bankrotterklärung eine Zukunft zu ermöglichen. Der metallverarbeitende Betrieb war zum April 2012 stillgelegt worden.

Die Wäschereibetriebe Targatz GmbH hatte im Januar 2015 Insolvenz angemeldet – wegen drohender Zahlungsunfähigkeit. Inhaber Uwe Targatz hatte diesen Schritt damals mit der immer stärker auseinanderklaffenden Schere zwischen erzielbaren Preisen und unabwendbaren Kosten begründet. Die Suche nach Investoren war bei laufendem Betrieb forciert worden – und schließlich erfolgreich, wie Thomas Paul von der Beratungsgesellschaft Paul und Collegen aus Berlin mitteilt.

Die Geschäftsführung der Hollywood SA und der Insolvenzverwalter bedanken sich besonders bei den Kunden für deren Verständnis und Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Wäscherei. Welche Investitionen der neue Eigentümer tätigen will und zu welchen Konditionen die Belegschaft beschäftigt wird, war bisher nicht zu erfahren.

Zu den Großkunden zählen der Krankenhaus-Konzern Gesellschaft für Leben und Gesundheit, Seniorenheime, Hotels und Restaurants. Es gibt weiter eine Annahmestelle für Privatkunden, die Haushaltswäsche, Garderobe, Berufsbekleidung, Woll- und Steppdecken, Federbetten oder Teppiche reinigen lassen wollen.

Herzstück des Traditionsbetriebes sind zwei Mehrkammer-Waschmaschinen, die aus 13 beziehungsweise sieben Kammern bestehen, in die je 50 Kilo Wäsche passen. Eindrucksvoll sind die Trockner- und Mangelsysteme. Gearbeitet wird im Zwei-Schicht-System. Auch wenn die Technik automatisiert ist, muss jedes einzelne Wäschestück am Beginn und Ende des Reinigungsprozesses per Hand sortiert werden. Pro Monat reinigen die 100 Mitarbeiter, von denen etwa 20 nicht aus der Region, sondern meist aus Polen kommen, derzeit mehr als 300 Tonnen Wäsche aller Art.

 

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erstellt am 08.Jul.2016 | 05:00 Uhr

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