Umwelt : Pfähle für Tesla-Fabrik sorgen für Streit

Auf einer Demonstration in Grünheide protestieren Teilnehmer gegen ökologische Folgen der Tesla-Ansiedlung.
Auf einer Demonstration in Grünheide protestieren Teilnehmer gegen ökologische Folgen der Tesla-Ansiedlung.

Geplant ist, dass in dem sandigen Untergrund an einigen Stellen auch Pfähle in den Boden kommen sollen, der Einsatz wird geprüft

von
21. Juli 2020, 05:00 Uhr

Der US-Elektroautohersteller Tesla will seine Fabrik in Grünheide zum Teil mit Pfählen bauen - das löst Streit aus. In einem Jahr sollen dort Elektroautos produziert werden. Die komplette umweltrechtliche Genehmigung für die Fabrik durch das Land fehlt noch, aber Tesla kann auf eigenes Risiko über eine vorzeitige Genehmigung das Fundament und den Rohbau errichten. Das Gelände der geplanten Fabrik liegt teils in einem Trinkwasserschutzgebiet.

In dem ersten Antrag für den Bau hat Tesla noch keine Pfähle geplant. In einer geänderten Version von Anfang Juli schreibt das Unternehmen: „In Teilbereichen (Presswerk und Gießerei) werden die Fundamente mittels Fertigteilrammpfählen gegründet (...), um die Lasten entsprechend in den Baugrund ableiten zu können.“ Einen vorzeitigen Maßnahmebeginn, um nicht bis zur endgültigen Genehmigung zu warten, hat Tesla bisher noch nicht beantragt.

Brandenburg nimmt den geplanten Einsatz von Pfählen für einen Teil der Fabrik unter die Lupe: „Das prüfen wir, wie alles, was in den geänderten Unterlagen steht“, sagte die Sprecherin des Umweltministeriums, Frauke Zelt, in Potsdam.

Die Naturschützerin Julia Neigel, die fünf Petitionen für einen Teil der „Bürgerinitiative gegen Gigafactory Grünheide“ verfasst hat, befürchtet Folgen für das Trinkwasser. „Wenn das Gelände versiegelt wird, wird kein Regenwasser mehr versickern können und kein Trinkwasser hineinkommen“, sagte Neigel, die als Sängerin bekannt wurde.

Das Salzwasser, das dort in der Tiefe lagere, könne nach oben steigen, was dann negative Folgen für das Trinkwasser habe. Die Region leide ohnehin schon unter Wasserknappheit. Neigel fordert einen Untersuchungsausschuss im Landtag und einen Baustopp.

Tesla teilt die Bedenken nicht. Pfahlgründungen seien ein gängiger und ganz normaler Prozess - besonders hier in der Region, heißt es bei Brancheninsidern. Auch für Trinkwasserschutzgebiete seien Pfahl-Treibungen üblich. Es gebe Normen und Regularien, die eine gefahrlose Verwendung und Einbringung von Pfählen vorgeben. Die geplanten Schritte müssten zudem von den Behörden genehmigt werden.

Der Elektroautobauer will in Grünheide nach dem Produktionsstart möglichst bald 500 000 Fahrzeuge pro Jahr herstellen. Mehr als 370 Einwände gingen bisher gegen das Projekt beim Land ein.

Der Wasserverband Strausberg-Erkner hatte davor gewarnt, dass für den weiteren Ausbau der Fabrik zu wenig Trinkwassermengen vorhanden sein könnten. Die Landesregierung zeigte sich daraufhin verwundert.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen