Wirtschaft : Pendler steigen aufs Rad

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Immer mehr Brandenburger radeln zur Arbeit. Anteil liegt mit 13,4 Prozent über Bundesdurchschnitt

svz.de von
11. August 2016, 04:45 Uhr

Immer mehr Brandenburger nutzen für ihren Weg zur Arbeit das Fahrrad. Das ergab eine dpa-Umfrage unter Kommunen. Mit der Freude am Radeln folgen die Märker einem bundesweiten Trend, wie es vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in Berlin heißt. „Der Anteil der Berufstätigen, die zur Arbeit radeln, hat sich in den letzten zehn Jahren von neun auf elf Prozent erhöht“, sagte ADFC-Sprecherin Stephanie Krone. Zwar dominiere das Auto die Arbeitswege noch, doch stiegen immer mehr Leute auf das Rad um. „Mittlerweile fahren sogar mehr Menschen mit dem Rad zur Arbeit als mit Bus und Straßenbahn“, sagte Krone. Auch die Zahl der „Kombinierer“, also derer, die die erste oder letzte Teilstrecke mit dem Rad fahren und für die Hauptstrecke öffentliche Verkehrsmittel nutzen, wachse. Nicht zuletzt würden bei den Kombinierern auch die auf dem Rad zurückgelegten Strecken länger. Diese seien von 4,7 im Jahr 2011 auf 5,6 Kilometer 2015 angewachsen.

Brandenburg liegt Krone zufolge mit seinem relativ hohen Radverkehrsanteil von 13,4 Prozent sogar über dem Bundesdurchschnitt von zehn Prozent.

Auch die Kommunen im Land beobachten diesen Trend. Die Zahl der Radler sei „seit 2005 stetig gestiegen“, schilderte Potsdams Stadtsprecher Jan Brunzlow. So hätten 2015 innerhalb des sechsstündigen Zählraums durchschnittlich fast 5500 die Lange Brücke und fast 2200 Radler die Humboldtbrücke passiert. Auf Basis einer Mobilitätsbefragung geht die Sprecherin von Frankfurt (Oder), Vera Kubler, von gut 2050 Fahrrad fahrenden Berufspendlern aus. Den Trend wollen viele Kommunen fördern. ADFC-Sprecherin Krone lobte in dem Zusammenhang die schon geschaffene Infrastruktur, gerade in Städten wie Potsdam. „Das Fahrradparkhaus am Potsdamer Hauptbahnhof gibt es in der Form in Berlin nicht“, sagte sie. „Es gibt den Bedarf, die Zahl der Fahrrad-Abstellanlagen deutlich zu erhöhen und wir handeln hier bereits“, sagte dazu Potsdams Sprecher Brunzlow. So seien dieses Jahr 160 weitere Stellplätze am Bahnhof Charlottenhof geplant.

Künftig will Potsdam, wie Brunzlow berichtet, auch Radschnellverbindungen in die Nachbargemeinden bauen. Eine solche sei zwischen der Stadt und Stahnsdorf geplant. Zudem solle eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer zwischen Potsdam und Werder errichtet werden.

In Prenzlau plant die Stadt den Ausbau straßenbeglei-tender Radwege. Der Stadtsprecherin zufolge habe Prenzlau besonders von der Landesgartenschau 2013 profitiert. Die Stadt sei gut mit Fahrrad-Abstellmöglichkeiten ausgestattet. „Bei neuen Bauvorhaben werden Fahrrad-Stellplätze weiterhin vorgesehen“, kündigt sie an.

Christian Bark

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