Nahverkehrsschein : Pendeln per IC - aber nicht ab Wittenberge

Rote Signale im Bahnhof Wittenberge: Für die Elbestadt gilt die neue Verbundregelung für Pendler nicht.
Rote Signale im Bahnhof Wittenberge: Für die Elbestadt gilt die neue Verbundregelung für Pendler nicht.

Fernzüge zwischen Elbestadt und Berlin nicht in Verbundregelung einbezogen

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10. Januar 2018, 05:00 Uhr

Pendler aus Elsterwerda und Doberlug-Kirchhain, die morgens zur Arbeit nach Berlin fahren, können künftig mit einem Nahverkehrsfahrschein, etwa einer Monatskarte, die in den Städten haltenden Inter- und Eurocity-Züge der Relation Berlin-Dresden-Prag benutzen. Eine entsprechende Vergabebekanntmachung veröffentlichte das Potsdamer Verkehrsministerium jetzt auf einem europaweiten Ausschreibungsportal. Ebenfalls möglich sein wird – so wie bisher – die Benutzung von Nahverkehrsfahrscheinen in den nach Norddeich Mole fahrenden IC-Zügen zwischen Cottbus und Potsdam und auf der Fernverbindung nach Stralsund zwischen Berlin und Prenzlau.

Der CDU-Verkehrsexperte Rainer Genilke begrüßte auf Nachfrage des „Prignitzers“, dass Reisende aus Elsterwerda und Doberlug-Kirchhain den schnellen Intercity nutzen können. „Man hat ja seitens des Ministeriums versprochen, dass man sich kümmern würde“, so Genilke. Empört zeigte sich der CDU-Politiker allerdings darüber, dass die Fernzüge zwischen Wittenberge und Berlin sowie zwischen Frankfurt (Oder) und Berlin nicht in die Verbundregelung einbezogen wurden. „Gerade von Wittenberge, von der äußersten Peripherie des Landes aus, bräuchte es so eine Regelung, wie im Übrigen endlich auch einen Regionalexpress nach Hamburg.“

Ähnlich äußerte sich auch der Prignitzer CDU-Landtagsabgeordnete Gordon Hoffmann. „Eine Anerkennung der VBB-Fahrkarten in den IC-Zügen wäre für unsere Region ein richtiger Schritt vorwärts“, sagte Hoffmann. Dadurch würde das Pendeln deutlich attraktiver und die Pendler würden finanziell entlastet. „Wenn die Landesregierung die berlinfernen Regionen unterstützen will, wäre das der richtige Schritt.“

Der Sprecher des Infrastrukturministeriums, Steffen Streu, betonte, dass auf der Dresdner Strecke die Regionalzüge nur im Zwei-Stunden-Takt verkehrten. Dadurch würde die Freigabe der IC-Züge zu einer Verdichtung führen. In Richtung Wittenberge wären die Regionalzüge im Stundentakt unterwegs. Gleichzeitig seien die Fernzüge in Richtung Hamburg schon stark ausgelastet. Bei einer Freigabe der Fernverkehrszüge ab Wittenberge bestünde die Gefahr, dass sich für die ganze Strecke der Stundentakt nicht mehr rechne.

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