Ausstellung zu preußischem Gartenkünstler : Parks jenseits von Oder und Neiße

Besucher betrachten Ausstellungstafeln zu den Gärten Peter Joseph Lennés zwischen Schlesien und Pommern.
Besucher betrachten Ausstellungstafeln zu den Gärten Peter Joseph Lennés zwischen Schlesien und Pommern.

Wanderausstellung: Der preußische Gartenbauarchitekt Peter Joseph Lenné hinterließ auch in Polen seine Spuren

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02. März 2018, 05:00 Uhr

Der im 19. Jahrhundert entstandene Stadtpark von Stettin hat sich im Laufe der Zeit stark verändert. Dass er um 1825 vom berühmten preußischen Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné (1789-1866) geplant wurde, weiß heute in der polnischen Metropole Szczecin kaum jemand. Ähnlich verhält es sich mit dem 60 Hektar großen Kurpark Swinemünde an der Ostsee. Noch heute ist Lennés Werk aber das grüne Herzstück der polnischen Grenzstadt Swinoujscie.

Lennés Arbeiten widmet sich eine in Deutsch und Polnisch beschriftete Wander-Ausstellung, die aktuell im Collegium Polonicum Slubice gezeigt wird. Rund 30 Parks und Gärten zwischen Schlesien und Pommern, in denen der Gartenbaukünstler seinen Spuren hinterließ, werden porträtiert, ihr heutiger Zustand beschrieben.

„Wenn wir seinen Namen und seine Verdienste auch in Polen bekannt machen, steigt hoffentlich auch das Interesse, diese Anlagen und Parks wiederherzurichten“, sagt Claudia Tutsch vom Deutschen Kulturforum östliches Europa, das die Schau 2016 mit der Technischen Universität Dresden, der Universität Breslau/Wroclaw und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg gestaltet hat.

Tutsch verweist auf Beispiele wie den einstigen Schlossgarten Flatow/Zlotow in Polen. Einst in Westpreußen gelegen, gehörte er zum gleichnamigen Krongut der Hohenzollern. Durch Wildwuchs ist er heute kaum noch als solcher zu erkennen.

Doch es geht auch anders, zeigt die Schau, beispielsweise im Hirschberger Tal in Schlesien. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren dort drei Landgüter in den Besitz der preußischen Königsfamilie übergegangen. Lenné hatte mit den preußischen Baumeistern Karl Friedrich Schinkel und Friedrich August Stüler versucht, das umliegende Vorland des Riesengebirges mit vielen Sichtachsen in die königlichen Gärten einzubeziehen. Die einzelnen Parks waren durch Wege miteinander verbunden.

Inzwischen sind die Schloss-Park-Ensembles im Hirschberger Tal/Kotlina Jeleniogorska umfassend saniert und laut dem Deutschen Kulturforum ein Besuchermagnet, auch durch das Engagement des Vereins zur Pflege schlesischer Kunst und Kultur (VSK), dessen Vizevorsitzender Franz-Friedrich von Preußen ein Urenkel des letzten Deutschen Kaisers, Wilhelm II., ist.

„Wir wollen die Kulturschätze dort sozusagen wachküssen. Ich bin gebürtiger Schlesier und mein Herz hängt daran“, erzählt der prominente Besucher, warum er sich die Ausstellung in Slubice anschaut. Der VSK habe im Vorjahr erstmals einen Denkmalpflegepreis für private Bauherren im Hirschberger Tal ausgelobt und verliehen, sagt der 74-Jährige stolz. Laut Vereinsangaben gibt es dort rund 700 denkmalgeschützte Objekte, viele in Privatbesitz.

In das Collegium Polonicum, die gemeinsame deutsch-polnische Forschungseinrichtung der Europa-Universität „Viadrina“ Frankfurt (Oder) und der Adam-Mickiewicz Universität Poznan (Polen), hat der Wissenschaftler Paul Zalewski die Ausstellung geholt. Der Professor für Denkmalkunde leitet den berufsbegleitenden Masterstudiengang „Schutz Europäischer Kulturgüter“ an der „Viadrina“, der sich unter anderem der deutschen Kulturgeschichte auf dem Territorium Polens widmet.

„Lennés Erbe ist auch ein europäisches Kulturgut, da er aus heutiger Sicht grenzübergreifend tätig war“, sagt Zalewski, dessen Studenten für Masterarbeiten eng mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg kooperieren. „Gartenarchitekt Lenné ist uns also durchaus ein Begriff“, sagt der Professor, der für die Schau, die bis Ende März gezeigt wird, auch auf reges Interesse der Frankfurter hofft. Gibt es doch in der deutschen Grenzstadt einen der ältesten Bürgerparks Deutschlands.

Die knapp neun Hektar große Anlage in der Innenstadt entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Plänen von Lenné. Mehrfach hatte er laut den Unterlagen im Stadtarchiv Frankfurt besucht, um sich vom Fortgang der Arbeiten zu überzeugen. Heute kümmert sich ein Bürgerverein um den Erhalt und die Pflege des Parks.

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