Erstaufnahme platzt aus allen Nähten : Zelte für Flüchtlinge aufgestellt

In den 20 Zelten sind Plätze für 280 alleinreisende Männer vorbereitet.
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In den 20 Zelten sind Plätze für 280 alleinreisende Männer vorbereitet.

Das Technische Hilfswerk hat in der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) 23 Armeezelte aufgebaut.

svz.de von
15. Juli 2015, 22:00 Uhr

Das Technische Hilfswerk hat in der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) 23 Armeezelte aufgebaut. Damit wurden kurzfristig Unterbringungsmöglichkeiten für die rasant wachsende Zahl von Flüchtlingen im Land geschaffen.

Die ersten Asylbewerber sind bereits in die etwa zehn Meter langen, sechs Meter breiten und bis zu drei Meter hohen Zelte eingezogen. „Denn wir sind voll“, sagt Frank Nürnberger, Leiter der Ausländerbehörde, mit Blick auf die Unterbringungsmöglichkeiten in Eisenhüttenstadt, zu denen bereits Container und eine Turnhalle gehören. Der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen hat in der Nähe der Zelte Sanitärcontainer mit Toiletten und Duschen installieren lassen.

In Eisenhüttenstadt sind aktuell 1439 Asylbewerber gemeldet. Weitere 436 sind bereits auf die Außenstandorte der Erstaufnahmeeinrichtung in Frankfurt (Oder) und Ferch (Potsdam-Mittelmark) verteilt worden. Allein im Juni gab es Nürnberger zufolge 1254 Neuankömmlinge – die meisten stammen aus Syrien, Albanien und Afghanistan. „Wir rechnen damit, dass in Spitzenzeiten bis zu 2000 Asylbewerber pro Monat kommen“, sagt Nürnberger. Das Land hat die Flüchtlingsprognose für das laufende Jahr derweil nach oben geschraubt. Statt 9000 rechnet man mit 14 000 Männern, Frauen und Kindern, die in Brandenburg Zuflucht suchen.

„In den Zelten werden nur alleinreisende Männer, die in einem guten gesundheitlichen Zustand sind, untergebracht“, erklärt der Leiter der Ausländerbehörde. Ausgestattet sind die Unterkünfte lediglich mit Feldbetten. Insgesamt können dort maximal 280 Personen schlafen. Bei sommerlicher Hitze sei es tagsüber schwer in den Zelten auszuhalten, weiß Nürnberger. Nachts gehe es. Problematischer wird die kalte Jahreszeit. Ab Oktober sind die Zelte nicht mehr brauchbar. Umso wichtiger ist es Nürnberger zufolge, dass die Erstaufnahme-Außenstandorte in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) und Wünsdorf (Teltow-Fläming) möglichst schnell fertiggestellt werden. Dort sollen nach Angaben des Innenministeriums insgesamt 2000 Asylbewerber Platz finden. Doch vor dem Jahreswechsel ist mit der Fertigstellung auf keinen Fall zu rechnen, erklärt Susann Fischer, stellvertretende Sprecherin des Innenministeriums.

Dass in Eisenhüttenstadt die Zelte aufgebaut werden mussten, habe auch damit zu tun, „dass wir die Flüchtlinge nicht so verteilen können, wie wir wollen“, sagt Fischer, die moniert, dass „die Kommunen uns zu wenige freie Plätze für die Unterbringung melden“. Hin und wieder würden aber auch Infektionskrankheiten eine Umverlegung verhindern. Seite 5 (Kommentar ) u. 7

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