Brandenburg : Zahl der Schuldner steigt

Den Brandenburgern geht das Geld aus.
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Den Brandenburgern geht das Geld aus.

Immer mehr Brandenburger können ihre Rechnungen nicht bezahlen / Regional gibt es große Unterschiede

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20. November 2014, 14:23 Uhr

Die Zahl überschuldeter Verbraucher in Brandenburg ist wieder leicht gewachsen. Das ergibt sich aus dem Schuldneratlas für Berlin und Brandenburg, den die Wirtschaftsauskunftei Creditreform gestern vorstellte.

2014 konnten 211 255 erwachsene Brandenburger ihre Schulden auf absehbare Zeit nicht zahlen, weil ihre monatlichen Einnahmen geringer sind als ihre Ausgaben. Das sind 1014 Menschen mehr als im Vorjahr.

Brandenburgs Schuldnerquote stieg von 9,95 auf 10,02 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2008. Sie liegt weiterhin leicht über dem bundesweiten Niveau von 9,90 Prozent. Brandenburg belegt im Verhältnis zu den anderen Bundesländern den siebten Platz. „In der längerfristigen Perspektive hat sich die Situation aber leicht verbessert“, sagte Wolfram. Im vergangenen Jahr war die Zahl überschuldeter Verbraucher sogar etwas zurückgegangen. „Die Differenz zwischen den Kreisen ist allerdings sehr groß“, sagte Creditreform-Geschäftsführer Jochen Wolfram.

Am besten ist die Situation im Kreis Potsdam-Mittelmark mit einer Quote von 7,84 Prozent. In Brandenburg an der Havel ist die Quote dagegen mit 15,69 Prozent etwa doppelt so hoch. „Auch innerhalb der Städte haben sich die Unterschiede verschärft“, sagte Wolfram. So liegt in Cottbus die Schuldnerquote in einem Teil des Stadtgebiets bei 5,39 Prozent, in einem anderen bei 23,48 Prozent.

Wie in Berlin wachse auch in Brandenburg die Zahl derjenigen, die harte Schuldnermerkmale wie eine Privatinsolvenz aufwiesen, sagte Wolfram. Diese Menschen seien nicht mehr in der Lage, sich kurzfristig von ihren Schulden zu befreien. In Brandenburg betrifft dies laut Creditreform 59,70 Prozent der überschuldeten Menschen. Ursachen sieht Wolfram in Arbeitslosigkeit kombiniert mit Trennung, Krankheit und Konsum.


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