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Wolfsrudel : Wölfe greifen erstmals Kühe an

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Präsident des Umweltamtes spricht von ernsthafter, neuer Herausforderung

svz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 15:35 Uhr

Zum ersten Mal seit ihrer Wiederansiedelung haben Wölfe in Brandenburg eine Kuhherde angegriffen. Drei Kälber wurden getötet, mehrere verletzt, sagte der Präsident des Landesumweltamtes, Matthias Freude. Bislang hätten Wölfe nur Schafe gerissen. „Die Angriffe auf Rinderherden sind eine neue Herausforderung. Das müssen wir sehr ernst nehmen“, betonte Freude.

In Brandenburg leben derzeit zwölf Wolfsrudel, zwei Paare und zwei Einzeltiere. „Jetzt muss so schnell wie möglich ein richtiger Schutz für die Herden gefunden werden“, sagte Freude. Die Zäune sollten zusätzlich mit Elektro-Drähten ausgestattet werden. Eine einzige Leitung, wie bislang meist üblich in 85 Zentimeter Höhe, reiche nicht aus. „Da kann der Wolf einfach hindurchspazieren“, sagte er. Eine Variante wäre, nachts die Kälber in besonders gesicherten Bereichen auf der Weide unterzubringen.

Nach ersten Erkenntnissen hatte eine ganze Wolfsfamilie – Eltern und sechs in diesem Jahr geborene Jungtiere – die Herde angegriffen. Die getöteten Kälber wurden zum Teil gleich vor Ort gefressen oder in Verstecke geschleppt. In dem betroffenen Gebiet halten etwa 35 Bauernhöfe knapp 2900 Kühe und außerdem noch Kälber.

Nach Angaben von Freude wurden im Vorjahr rund 30 000 Euro zur Begleichung von Schäden ausgegeben, die Wölfe angerichtet hatten. Meist wurden gerissene Schafe ersetzt. Seit 2008 wurden für Präventionsmaßnahmen – Zäune oder Hunde – EU-Fördermittel von rund 380 500 Euro bereitgestellt.

Der Geschäftsführer des Landesbauernbundes, Reinhard Jung, warnte vor den finanziellen Folgen für die Bauern. Müssen weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, verteure sich die Weidehaltung. „Wir wollen den Wolf nicht ausrotten und töten, nur vergrämen“, stellte er klar. „Er soll im Wald bleiben und seine Nase nicht herausstecken“, sagte er.

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