Internetprojekt sagt: : Wo es in der Prignitz knallt

Auch in der Prignitz kommt es immer wieder zu folgenschweren Unfällen.
Foto:
1 von 1
Auch in der Prignitz kommt es immer wieder zu folgenschweren Unfällen.

Regionale Unfallschwerpunkte wie diese finden sich im Internetportal „Regio Protect“, dessen Überarbeitung gestern vom Potsdamer Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung und dem Brandenburger Fahrlehrerverband der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Diese Kreuzung hat es in sich: Immer wieder verunglücken junge Autofahrer an den Auf- und Abfahrten der Bundesstraße 189, die bei Perleberg auf die Bundesstraße 5 trifft. Meist sind es Fehler beim Abbiegen, die für Blech- oder Personenschaden sorgen. Oder die Lenzener Straße Ecke Elsternweg in Wittenberge: Nässe, Feuchtigkeit und Dunkelheit führen an dieser Stelle immer wieder zu Auffahrunfällen – ein Fahrer will abbiegen, ein anderer fährt von hinten gegen sein Auto.

Regionale Unfallschwerpunkte wie diese finden sich im Internetportal „Regio Protect“, dessen Überarbeitung gestern vom Potsdamer Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung und dem Brandenburger Fahrlehrerverband der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Neben einer interaktiven Karte, die in ganz Brandenburg die Unfallstellen zeigt, an denen es eine Unfallhäufung bei 18 bis 24jährigen gibt, finden sich dort auch einzelne Videos. Fahrlehrer, Fahrschüler und junge Autofahrer sollen so besonders gefährliche Passagen am heimischen PC nachvollziehen können, und dadurch besser vorbereitet in den Straßenverkehr gehen. „Viele Fahranfänger verunglücken in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld – getreu dem Motto: Man kennt den Baum, an dem man stirbt“, sagt Bianca Bredow vom Institut für Verkehrssicherheit und Prävention.

2014 gab es in Brandenburg insgesamt 6  587 Verkehrsunfälle, die durch „Junge Erwachsene“ zwischen 18 und 24 Jahren verursacht wurden. Dabei wurden 1263 Menschen verletzt und 16 getötet. „Jeder Tote und jeder Verletzte ist einer zuviel“, sagt Rainer Sydow vom Brandenburger Fahrlehrerverband. „Wenn man mit den Fahrschülern die besonders gefährlichen Stellen im Unterricht bespricht, kennen die Fahranfänger die Strecken, sie verhalten sich anders und sie beobachten den Verkehr anders, wenn sie dort unterwegs sind“, sagt Sydow.

Verkehrsstaatssekretärin Katrin Lange (SPD) betonte, dass das Land Brandenburg in seinem Bemühen um mehr Verkehrssicherheit nicht nachlassen werde. Im laufenden Haushalt seien 250  000 Euro mehr für Maßnahmen für Verkehrssicherheit eingestellt.Rund 50  000 Euro wurden im vergangenen Jahr für das Projekt „Regio Protect“ investiert. „Aufgeklärt muss da werden, wo man die angehenden Autofahrer am besten erreicht: In der Fahrschule“, sagt Lange. „Gerade der regionalisierte Ansatz, Gefahrenstellen in den Landkreisen und kreisfreien Städten aufzuzeigen, ist dazu sehr gut geeignet.“

Infos unter: www.regio-protect-brandenburg.de

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen