einfache Ratschläge : Wespenplage in Brandenburg

Wespen fliegen auf Süßes und können mehrmals zustechen.
Wespen fliegen auf Süßes und können mehrmals zustechen.

Nabu-Geschäftsführerin Christiane Schröder appelliert an die Bürger, Nester nicht zu zerstören. Dies könnte die eigentlich friedlichen Tiere zum Angriff reizen.

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07. August 2015, 10:00 Uhr

Wespen sind in diesem Jahr bundesweit Spaßverderber auf vielen Gartenpartys. In Brandenburg vermelden die Rettungsstellen der Krankenhäuser zudem eine Häufung bedrohlicher Stichverletzungen. „Stiche im Mund- und Gesichtsbereich sind aber riskant. Bei einer allergischen Reaktion droht Luftnot“, sagt Dr. Katrin Tazzioli, Leiterin der Strausberger Rettungsstelle.

Mehr Patienten mit Wespenstichen verzeichnen in diesem Sommer auch das Carl-Thiem-Kliniken in Cottbus und die Ruppiner Kliniken in Neuruppin. Eine Sprecherin der Ruppiner Kliniken beziffert den Anstieg der Behandlungen gegenüber den Vorjahren auf zehn Prozent. „Viele Patienten berichten uns außerdem, dass sie in diesem Jahr erstmals allergisch auf einen Stich reagiert haben.“

Laut Naturschutzbund Brandenburg (Nabu) sind der kurze Winter, das milde Frühjahr und das jetzige heiße und trockene Wetter die Ursachen für ein bundesweit erhöhtes Wespenaufkommen. Stärker noch als Brandenburg ist derzeit der Westen Deutschlands betroffen. Der Nabu rät dennoch zu Gelassenheit im Umgang mit Wespen und verweist auf ihre wichtige Rolle als „Gesundheitspolizei“ im Stoffkreislauf der Ökosysteme, da sie andere Insekten als Nahrung nutzen. Doch während Wespen eiweißhaltige Nahrung vor allem für die Aufzucht ihrer Brut benötigen, sind sie jetzt auf süße und energiereiche Kost für sich selbst aus.

Nabu-Geschäftsführerin Christiane Schröder appelliert an die Bürger, Nester nicht zu zerstören. Dies könnte die eigentlich friedlichen Tiere zum Angriff reizen. Außerdem beruhigt die Biologin: „Jetzige Nester werden im kommenden Jahr nicht wieder besiedelt.“

Die Ratschläge von Experten, wie man die Tiere von der Kaffeetafel fern hält, sind vielfältig. Der Nabu rät, in einigen Metern Entfernung einen Wespen-Tisch mit überreifem Obst zu decken. Die Deutsche Wildtier Stiftung empfiehlt ein Sträußchen Basilikum zur Abschreckung. „Den Duft von Basilikum finden Wespen widerlich – und so bleiben sie der Kaffeetafel fern“, sagt Eva Goris, Sprecherin der Stiftung. Was man hingegen nicht tun sollte, ist pusten, wenn eine Wespe im Anflug ist. „Das Kohlendioxid in der Atemluft macht die hungrigen Insekten aggressiv“, erklärt Goris.

Beim Anflug von Wespen sind laut Wildtier Stiftung drei Grundregeln zu beachten: „Nicht nach Wespen schlagen, keine hektischen Bewegungen machen, Tiere nicht zerquetschen!“ Denn auch tote Wespen können stechen.

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