Brandenburg : Weniger Pilze sprießen im Wald

Der Boden muss noch einige Male richtig nass werden, dann wachsen wieder mehr Pilze im Wald.
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Der Boden muss noch einige Male richtig nass werden, dann wachsen wieder mehr Pilze im Wald.

Sommerliche Hitze behinderte erheblich das Wachstum von Maronen und Co / Sammler müssen auf Regen warten

svz.de von
18. September 2015, 09:56 Uhr

Wer den kundigen Blick hat und die geheimen Stellen kennt, kommt als Pilzsammler in Brandenburg derzeit bereits zum Zuge. Aber viele andere kehren mit leeren Körben heim.

Für Pilzsammler in Brandenburgs Wäldern hat die Saison begonnen, aber weniger aussichtsreich als sonst. „Insgesamt sind die Erträge noch nicht gut und regional sehr verschieden“, sagt der Vorsitzende des Landesverbandes der Pilzsachverständigen Brandenburgs. Der heiße und trockene Sommer mit Temperaturen um die 30 Grad und fehlender Regen in den vergangenen Wochen habe in vielen Gegenden das Pilzwachstum gedrosselt. „Wir hoffen auf richtiges Pilzwetter: regnerisch und nicht zu kalt“, sagt er.

Wenn es in den nächsten Tagen regnet, könnten sich in zwei bis drei Wochen wieder mehr Waldpilze zeigen, so Bivour. Die Feuchtigkeit im Waldboden sei wichtig, damit sich die Pilze wieder regenerieren. „Das braucht eine gewisse Zeit und geht nicht binnen weniger Tage.“

„Der Klimawandel ist spürbar“, sagt Bivour. Pilze aus mediterranen Regionen seien auf dem Vormarsch. So wurde der in Spanien vorkommende Kaiserling - ein schmackhafter Speisepilz aus der Gattung der Knollenblätterpilze - in Süddeutschland gesichtet..

Er selbst habe an den ihm gut bekannten Stellen schon reichlich Steinpilze gefunden, sagte Bivour. Anfänger und Ortsunkundige müssten aber kilometerweit durch die Wälder laufen - „und finden am Ende doch nichts.“ „Zuerst sollten Sammler sich auf offenen Flächen umsehen“, empfahl Bivour.

Champignons, Riesenboviste oder Riesenschirmpilze seien in diesen feuchten Arealen eher zu finden als in dichten Wäldern. Auch die Hoffnung auf Pfifferlinge, die sonst ab Juni in den Wäldern wachsen, sollten die Sammler nicht aufgeben. „Bis Oktober haben die Saison“, sagte der Experte.

In Deutschland gibt es fast 5000 Arten von Pilzen. Rund 4000 Arten wachsen in Brandenburg, davon sind 40 Speisepilze und etwa 60 sind giftig.  

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