Wetter : Weltweit wärmster Juni seit 1880

Auch der Juli ist auf Rekordkurs.
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Auch der Juli ist auf Rekordkurs.

In Brandenburg ist anhaltende Trockenheit das größte Problem

svz.de von
21. Juli 2015, 17:45 Uhr

Der Juni 2015 war nach Messungen der US-Klimabehörde NOAA, die weltweit Daten sammelt, der wärmste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880. Hierzulande gab es zwar keine Hitzerekorde, aber viel zu wenig Wasser.

Die Durchschnittstemperatur über den Land- und Ozeanflächen der Erde habe im Juni um 0,88 Grad Celsius über dem Durchschnittswert des gesamten 20. Jahrhunderts von 15,5 Grad Celsius gelegen, teilte die US-Klimabehörde zu Wochenbeginn mit. Auch die gesamte erste Jahreshälfte von Januar bis Juni 2015 sei mit 0,85 Grad Celsius über Durchschnitt die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Diesen Rekord hatte bislang die erste Jahreshälfte 2010 innegehabt. Hierzulande wurden im Juni zwar keine Temperaturrekorde gesprengt. „In Deutschland war dieser Monat zumindest was die Temperatur betrifft, recht unspektakulär“, sagte Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach (Hessen). Die Durchschnittstemperatur aller Bundesländer von 16 Grad habe nur leicht über dem Mittel der Jahre 1961 bis 1990 gelegen. Allerdings habe die Bodenfeuchte in weiten Teilen des Landes inzwischen historisch niedrige Werte erreicht, da es schon seit dem Frühjahr zu wenig regnet. „Das macht vor allem den Landwirten Probleme, sorgt aber auch in vielen Wäldern für anhaltende Dürre“, so Friedrich.

„In Ostbrandenburg lag die Durchschnittstemperatur im Juni mit 16,4 Grad Celsius sogar leicht unter dem langjährigen Mittel der Jahre 1961 bis 1990“, sagte der Wetterexperte Hans-Joachim Knussmann aus Frankfurt (Oder). „Betrachtet man allerdings ganz Europa und zieht etwa in Betracht, dass es in einigen Teilen Skandinaviens bis zu vier Grad zu warm war, dann lag der Wert auf dem Kontinent auch mindestens ein Grad über dem langjährigen Mittel“, so Knussmann. Geregnet hat es in Brandenburg im Juni nur rund 45 Liter je Quadratmeter, das war etwa ein Drittel weniger als normal. Hinzu kommt, das bereits aus den drei Frühlingsmonaten März bis Mai ein Defizit von durchschnittlich 44 Litern Wasser je Quadratmeter bestand.

Sehr auffällig ist laut Knussmann auch, dass die Temperaturschere zwischen dem Norden und dem Süden Brandenburgs immer weiter auseinander geht. So ist es in der Lausitz inzwischen deutlich wärmer als in der Uckermark. Auch der Juli ist nach Ansicht der Meteorologen in Deutschland auf Rekordkurs und war bereits in den ersten 20 Tagen mit 20,6 Grad um 3,7 Grad wärmer als normalerweise üblich. Das Niedrigwasser in der Oder steuert derzeit historische Tiefstwerte an. Zu Beginn des Monats war in Polen noch Wasser aus Rückhaltebecken in den Fluss eingeleitet worden, um Schifffahrt zu ermöglichen.

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