Oranienburg : Weltkriegsbombe gesprengt

Während der Sprengung der Fünf-Zentner-Bombe wurden etwa 12  000 Menschen im Stadtbereich evakuiert.
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Während der Sprengung der Fünf-Zentner-Bombe wurden etwa 12 000 Menschen im Stadtbereich evakuiert.

Die Weltkriegsbombe in Oranienburg ist ohne größere Komplikationen gesprengt worden. 12.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen oder konnten ihre Arbeitsplätze nicht erreichen.

svz.de von
05. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Die Weltkriegsbombe in Oranienburg ist ohne größere Komplikationen gesprengt worden. Mitten im Stadtgebiet explodierte der Blindgänger gestern Nachmittag mit einem lauten Knall. Die befürchteten Schäden blieben aus. Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) zeigte sich erleichtert: „Einige kleine Risse in Häuserwänden, zerborstene Dachluken: Das ist wohl alles, was passiert ist“, sagte Laesicke.

Um die mehrere Zentner schwere Bombe war ein zwei Kilometer großer Sperrkreis in der Innenstadt gebildet worden. 12 000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen oder konnten ihre Arbeitsplätze nicht erreichen. Auch Auto- und Bahnverkehr waren gestört. Seit dem frühen Morgen war das Zentrum von Oranienburg eine Geisterstadt.

Die Sprengung verzögerte sich dann laut Stadtverwaltung um etwa eine Stunde, weil sich die Evakuierung von mehreren Pflegeheimen in die Länge zog. Außerdem musste sich die Polizei um eine Gruppe von Jugendlichen kümmern, die in den Sperrkreis eingedrungen waren. Gegen Mittag konnten die Sprengmeister dann loslegen. Kurz nach 13 Uhr ließen sie den Blindgänger kontrolliert explodieren. Eine 80 Meter hohe Staubwolke wurde aufgewirbelt.

Die Oranienburger haben mit der Entschärfung oder Sprengung von Bomben viel Erfahrung: Seit 1990 wurden 175 Weltkriegsbomben unschädlich gemacht. Auch fast 70 Jahre nach Kriegsende liegen in und um Oranienburg noch so viele Blindgänger in der Erde wie kaum in einer anderen deutschen Stadt. Die Oranienburger Stadtverwaltung kritisierte, dass der Bund zur Entsorgung der Weltkriegsmunition keinen Cent beisteuere. Die Kommunen blieben auf den Kosten alleine sitzen.

Zeit zum Verschnaufen gibt es kaum: Während der Sprengungsaktion wurde nahe der Stadt ein weiterer Blindgänger entdeckt: Eine Fünf-Zentner-Bombe in den Havelwiesen.

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