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Gemeinde will Landesgeld aufteilen: : Weiter Verhandlungen zu Synagoge

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Allerdings ist eines der Grundstücke für eine neue Synagoge reserviert. Das Land stellt das Grundstück und erklärte sich bereit, fünf Millionen Euro für den Neubau bereitzustellen.

svz.de von
erstellt am 24.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Einen Steinwurf vom neuen Landtagsgebäude entfernt klafft seit Jahren eine Baulücke. Jene Häuser, die sich an der historischen Bebauung orientieren sollen, hätten längst fertig sein können. Allerdings ist eines der Grundstücke für eine neue Synagoge reserviert. Das Land stellt das Grundstück und erklärte sich bereit, fünf Millionen Euro für den Neubau bereitzustellen.

Seit der Wahl eines Siegerentwurfes für das Bauwerk 2009 wird über das Ob und Wie gestritten. Der für Kirchenfragen zuständige Kulturstaatssekretär Martin Gorholt (SPD) verhandelte bis zum Sommer 2014 mit den Vertretern der verschiedenen Gemeinden und stellte dann fest, gescheitert zu sein.

Seit vergangener Woche hängt ein großes buntes Plakat über der Baugrube. „Potsdam bau doch eine Synagoge“ ist darauf zu lesen. Initiatoren der Aktion und eines damit verbundenen Spendenaufrufs sind der Jüdische Landesverband und die Synagogengemeinde Potsdam.

Ud Joffe, der nach Kritik am ursprünglichen Architektenentwurf die Synagogengemeinde ins Leben rief, hat mit dem Landesverband dem Kulturministerium im Dezember einen Vorschlag unterbreitet. Gestern sagte er, dass zunächst das Land seinen Druck auf die Gemeinden einstellen müsse, sich auf einen gemeinsam genutzten Bau verständigen zu müssen. Sein Vorschlag sieht vielmehr vor, dass das Land die für den Bau verplanten fünf Millionen Euro unter den drei Gemeinden aufteilt. Dann könne jede entscheiden, welches Projekt für ihre Entwicklung am wichtigsten ist. Das könne ein Kindergarten oder ein Gemeindezentrum sein.

Die Synagogengemeinde würde die Mittel dazu verwenden, um zusammen mit Spenden eine „erhabene Synagoge“ zu bauen. Die Formulierung verwendet Joffe bewusst, weil er dem bisherigen Architektenentwurf die Erhabenheit immer abgesprochen hatte. Der Bauplatz nahe dem Landtag könne beibehalten werden, ein anderer sei auch denkbar, so Joffe. Derzeit laufe eine Machbarkeitsstudie.

Die Gesetzestreue Jüdische Gemeinde, die im Januar gegen die Förderpraxis der jüdischen Gemeinden durch das Land vor das Bundesverfassungsgericht gezogen ist, lehnt den Vorschlag Joffes ab. Der Vertreter Shimon Nebrat bezeichnete die Vorschläge gestern als völlig unseriös.

Die Jüdische Gemeinde Potsdam als größte Gemeinde der Landeshauptstadt war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. In ihrer aktuellen Zeitung schreibt Peter Schüler, Vorsitzender eines Potsdamer Vereins zur Unterstützung des Synagogenbaus, dass einflussreiche Landespolitiker notfalls mit einer Gemeinde das Vorhaben durchziehen wollen –mit der größten.

Stephan Breiding, Sprecher des Kulturministeriums, erklärt, dass sein Haus sich eine Aufteilung der Mittel nicht vorstellen kann. Zurzeit würden auf verschiedenen Ebenen Gespräche geführt. Es gehe um die Nutzungskonzepte für das geplante Gotteshaus und um die Schaffung eines Trägervereines. Die Stadt Potsdam will nicht länger warten. Die Nachbargrundstücke werden noch 2015 ausgeschrieben.

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