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Jäger melden mehrere Fälle in Brandenburg : Waschbären töten verstärkt Jagdhunde

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Als Beleg für die hohe Verbreitung sieht Erstling die seit Jahren wachsende Zahl erlegter Tiere.

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2015 | 22:00 Uhr

Mal abgesehen davon, dass der Waschbär durchaus possierlich aussieht, kann Tino Erstling dem Tier so gar nichts abgewinnen. Ganz im Gegenteil: Weil der Räuber inzwischen zu einer echten Plage in Brandenburg geworden sei, müsse er uneingeschränkt gejagt werden dürfen, fordert der Sprecher des Landesjagdverbandes. Als Beleg für die hohe Verbreitung sieht Erstling die seit Jahren wachsende Zahl erlegter Tiere. „Im vergangenen Jagdjahr ist sie um sechs Prozent gestiegen – auf die neue Rekordhöhe von 21 577.“

Mittlerweile seien die Tiere fast flächendeckend in brandenburgischen Revieren anzutreffen und stellten nicht mehr nur eine Bedrohung für Singvögel, Bodenbrüter oder besonders geschützte Arten dar, sondern auch für Jagdhunde. „Der Waschbär attackiert selbst große Hunderassen. Manchmal mit tödlichem Ausgang für unsere Vierläufer“, berichtet Erstling.

Erstlings Vereinskollege Joachim Olbrecht erzählt, dass es insbesondere bei der Wildschweinjagd mittlerweile regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen Waschbären und Jagdhunden kommt.


Schwere Verletzungen werden nicht erfasst


Es klingt brutal, wenn Olbrecht einen möglichen Angriff auf einen Jagdhund beschreibt: „Die Waschbären agieren in der Gruppe. Während mehrere Tiere den Hund durch Bisse in die Flanken ablenken, springt ein weiteres Tier auf den Rücken und tötet den Hund durch gezielte Nacken- oder Kehlbisse.“ Jagdhunde müssen lange ausgebildet werden. Umso schwerer wiegt für Olbrecht der Verlust eines solchen Tieres.

„Uns wurden allein im vergangenen Jahr vier von Waschbären getötete Jagdhunde gemeldet“, berichtet der Experte weiter. „Über schwere Verletzungen, die häufiger vorkommen, führen wir erst gar keine Statistik.“ Eine Lösung des Problems sieht Olbrecht allein in der konsequenten Bejagung der Waschbären. Deshalb müssten die Tiere künftig auch in Gewässernähe in Naturschutzgebieten mithilfe von Lebendfallen gefangen werden dürfen.

Eine Abkehr von derlei Beschränkungen lehnt das Umweltministerium ab. Zwar befürworte man die konsequente Bejagung des Waschbären, sagt ein Sprecher. Die Beschränkungen in Schutzgebieten seien aber so marginal, dass sie die Bejagung nicht wesentlich behindern würden.

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