Hohenzollern : Vorerst kein Geld für Preußen-Prinz

Auch für das Schloss in Rheinsberg haben die Hohenzollern Anspruch auf Entschädigung angemeldet.
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Auch für das Schloss in Rheinsberg haben die Hohenzollern Anspruch auf Entschädigung angemeldet.

Die Hohenzollern müssen weiter auf Entschädigung für enteignete Immobilien warten

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17. März 2014, 20:53 Uhr

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) hat eine mögliche Entschädigung der Hohenzollern für enteigneten Besitz vorerst gestoppt. Die Nachfahren des letzten deutschen Kaisers hatten Anspruch auf Ausgleichszahlungen in Millionenhöhe erhoben – unter anderem für Schlösser in Potsdam. Der Entwurf, der die Zahlung von mehr als 1,2 Millionen Euro vorsieht, liegt dem zuständigen Bundesamt zur Entscheidung vor. Der Minister wies nun das Landesamt für offene Vermögensfragen an, die Unterlagen zurückzuholen, wie eine Sprecherin des Finanzministeriums sagte.

Es solle ein externes Gutachten eingeholt werden, das in den erneuten Entwurf des Bescheides einfließen solle, sagte sie. Er wolle vor allem prüfen lassen, ob die Bewertung der Personen, von denen der Chef des Hauses Hohenzollern, Georg Friedrich Prinz von Preußen, seine Rechte ableitete, gerechtfertigt seien oder nicht, sagte der Minister. Falls nicht, wären Ausgleichszahlungen ausgeschlossen. Bei den angemeldeten Ansprüchen der Hohenzollern geht es um einen Ausgleich für enteignete Immobilien in der früheren sowjetischen Besatzungszone, darunter sind die Schlösser in Potsdam und Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin). Antragsteller ist Louis Ferdinand Prinz von Preußen (1907-1994). Der Enkel des letzten deutschen Kaisers hatte den Antrag bereits 1991 gestellt.

Einem Zeitungsbericht zufolge sieht das Amt, das den Entwurf im Januar erstellte, keinen Anhaltspunkt, dass der Antragsteller das NS-Regime unterstützt habe. Vielmehr habe er sogar an dem versuchten Umsturz Hitlers mitgewirkt. Auch die Rolle des Vaters des Antragstellers, Kronprinz Wilhelm, sei geprüft worden. Das Amt sei zu dem Schluss gekommen, er habe das System nur „gelegentlich oder beiläufig“ unterstützt und sei selbst in den Augen des Regimes „irrelevant“ gewesen.

Eine Stellungnahme des Hauses Hohenzollern war zunächst nicht zu erhalten.

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