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Bundesgartenschau 2015 : Von Dom zu Dom die Havel entlang

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Insgesamt 1,5 Millionen Besucher aus ganz Deutschland werden erwartet, wenn am 18. April die erste in gleich zwei Bundesländern stattfindende Bundesgartenschau in Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet wird.

In der Havelstadt Brandenburg begrüßt ein modernisierter Bahnhofsvorplatz die Besucher. Der 850 Jahre alte Dom ist frisch restauriert. Mehr als eine Million Blumenzwiebeln sind gepflanzt, Radwege und Wasserwander-Rastplätze neu angelegt und Havelfähren neu in Dienst gestellt. 100 Tage, bevor in Brandenburg (Havel), Stölln, Premnitz, Rathenow sowie dem sachsen-anhaltinischen Havelberg die Bundesgartenschau (BUGA) beginnt, ist das Havelland bestens auf das Großereignis vorbereitet.

Insgesamt 1,5 Millionen Besucher aus ganz Deutschland werden erwartet, wenn am 18. April die erste in gleich zwei Bundesländern stattfindende Bundesgartenschau in Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet wird. Unter dem Motto „Von Dom zu Dom – das blaue Band der Havel“ erleben sie das erste Mal, dass eine Gartenschau nicht nur in einer Stadt, sondern in einer ganzen Region stattfindet.

„Wir haben insgesamt 74 Infrastrukturprojekte im Umfeld der BUGA mit 76 Millionen Euro gefördert“, bilanzierte Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) gestern in Berlin. Allein 13 Millionen Euro seien für neue Fahrradwege investiert worden. Dieses Geld sei auch nach der Gartenschau noch gut angelegt. Die Gartenschau sei ein wichtiges Instrument im Wettbewerb der Tourismusregionen. „Ich bin überzeugt, dass die Buga Urlauber aus allen deutschen Regionen anziehen wird.“

Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) betonte, dass es bei der Bundesgartenschau nicht nur um das Pflanzen bunter Blumen gehe. „Es geht darum, die Region zusammenzubringen, und eine neue Gemeinschaft zu entwickeln.“

Zu den Höhepunkten der insgesamt 53 Hektar großen Gartenschau zählen neben den Blumenhallen, die in der Brandenburger St. Johanniskirche und der Havelberger St. Laurentiuskirche eingerichtet werden, auch der „Buga Skyliner“. Dabei handelt es sich nach Angaben des Geschäftsführers des Zweckverbands Bundesgartenschau Havelregion 2015, Erhard Skupsch, um den höchsten mobilen Aussichtsturm der Welt.

Das 80 Meter hohe Bauwerk soll zunächst in Brandenburg (Havel), dann in Rathenow und schließlich in Havelberg aufgestellt werden und auf Besucher warten. An seiner Spitze befindet sich eine drehbare Glaskanzel, die insgesamt 60 Personen Platz bietet.

Und während in Brandenburg an der Havel 33 Themengärten in der ehemaligen Schiffswerft der Gebrüder Wiemann neu entstanden sind, wird in Rathenow das Gelände der Brandenburger Landesgartenschau aus dem Jahr 2006 wiederverwendet. Um das alte Interflug-Flugzeug „Lady Agnes“ in Stölln herum sei ein Fliegerpark entstanden, während im Haus der Flüsse in Havelberg eine interaktive Ausstellung den Lebensraum der Unteren Havel präsentieren soll.

Wie Skupsch weiter berichtete, seien bislang 24  000 Eintrittskarten und 12  000 Dauerkarten für die Gartenschau verkauft worden. Eine Eintrittskarte sei für 20 Euro erhältlich: Sie berechtige zum Eintritt in alle fünf Standorte der Buga. Dabei sei es egal, wann man welchen Standort besuche, sagte Skupsch. „Man kann also auch im Frühjahr nach Stölln und im Herbst nach Rathenow fahren und dabei dieselbe Karte nutzen.“

Insgesamt rechneten die Verantwortlichen für die Bundesgartenschau mit Durchführungskosten von insgesamt 35 Millionen Euro. Davon würden 70 bis 80 Prozent durch Eintrittskarten refinanziert. Einkalkuliert sei aber auch ein Defizit in Höhe von sieben Millionen Euro, das aus den öffentlichen Kassen getragen werden solle. Auf die Frage dieser Zeitung, ob die Veranstalter denn auch an eine Planung ohne Defizit gedacht hätten, verwies Skupsch auf die bislang erfolgreichste Bundesgartenschau aller Zeiten, die 2011 in Koblenz stattfand. Damals wurden 3,6 Millionen Besucher gezählt. „50 Millionen Aufwand standen 25 Millionen Euro Ertrag gegenüber“, so Skupsch. „Eine Bundesgartenschau in dieser Größenordnung ist kostendeckend kaum zu machen.“

Das aber kann der Vorfreude auf die Bundesgartenschau im Havelland kaum einen Abbruch machen. Und auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach schon von einem „riesengroßen Highlight“, das Brandenburg voranbringen werde.

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