Bundesgartenschau: : Von Baustellen und Bibelversen

Buga-Pfarrer Thomas Zastrow in Rathenow.
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Buga-Pfarrer Thomas Zastrow in Rathenow.

Die Bänke sind herausgeräumt, einige Metallgerüste mit Scheinwerfern stehen an den Seiten. In einer Woche soll hier einer der wichtigsten Veranstaltungsorte der Bundesgartenschau entstanden sein.

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13. April 2015, 08:00 Uhr

Vor der Havelberger Laurentiuskirche werkeln die Handwerker. Bretter werden gesägt, ein Holzpavillon wird zusammengebaut. Drinnen, in der alten Stadtkirche, die Generationen von Einwohnern zum Gottesdienst diente, ist alles leer. Die Bänke sind herausgeräumt, einige Metallgerüste mit Scheinwerfern stehen an den Seiten. In einer Woche soll hier einer der wichtigsten Veranstaltungsorte der Bundesgartenschau entstanden sein, die vom 18. April bis zum 11. Oktober unter dem Motto „Von Dom zu Dom – entlang des blauen Bands der Havel“ zwischen Brandenburg und Havelberg stattfindet.

Die Laurentiuskirche soll eine der beiden Blumenhallen werden, in denen Gärtner aus ganz Deutschland ihre Leistungsschauen abhalten. „Wir können an allen Standorten eröffnen“, hatte die Vorsitzende des BUGA-Zweckverbands, Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU), Anfang der Woche in einer Pressekonferenz in Potsdam erklärt. In Havelberg scheint dafür noch viel Arbeit nötig.

Eine andere, weitaus kleinere Kirche ist dagegen schon bereit: Ein kleiner, weiß-blauer Pavillon auf dem Gelände in Rathenow soll die Besucher der Gartenschau an jedem Tag um zwölf Uhr mittags zu kurzen Andachten einladen, sagt der BUGA-Pfarrer der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Thomas Zastrow. Denn so wie bei allen Gartenschauen der letzten Jahre sind die beiden großen Kirchen auch auf der Buga im Havelland präsent. In Rathenow lädt, ähnlich wie bei der Landesgartenschau vor einigen Jahren, ein so genannter „Lichtsteinweg“ zu meditativen Spaziergängen ein. Überall in der Stadt und auf dem Gelände finden sich Findlinge, auf denen Bibelverse rund um das Thema Licht zitiert werden.

Im noch aus der Ottonenzeit stammenden Havelberger Dom, dessen imposantes Westwerk weit über die Stadt hinaus zu sehen ist, erwartet die BUGA-Besucher dagegen eine Predigtreihe mit Bischöfen aus ganz Deutschland. „Wir waren vor der Reformation ja einmal eine Bischofskirche“, sagt Dompfarrer Frank Städler. Zudem finden sich im Dom Holzfiguren des Malers und Bildhauers Lutz Friedel, dessen Ausstellung zur Eröffnung des neuen Brandenburger Landtags Anfang 2014 einen veritablen Skandal verursacht hatte.

Im Dom zu Havelberg stellt er Figuren aus, die er als „Ketzer“ bezeichnet. „Beides steht für uns unter dem Stichwort „Erkenntnis““, sagt Städler. „Denn auch die Figuren der Ketzer haben immer etwas mit Erkenntnis zu tun.“ Friedel seinerseits ist dankbar, dass ihm die Kirche eine Möglichkeit zur Ausstellung seiner Kunst bietet. „Ansonsten gibt es bei der Buga ja leider keine Bestrebungen, etwas mit Kunst zu machen.“

Benjamin Lassiwe
 

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