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Experten fordern Kontrollen und Transparenz : Verpackungswahn kritisiert

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Beim Einkauf vor allem von Lebensmitteln und Drogerieartikeln schleppen die Deutschen oft reichlich Ballast mit nach Hause

svz.de von
erstellt am 11.Jan.2015 | 08:17 Uhr

Unnötig große Verpackungen mit viel „Luft“ darin: Beim Einkauf vor allem von Lebensmitteln und Drogerieartikeln schleppen die Deutschen oft reichlich Ballast mit nach Hause, der die Umwelt und auch den eigenen Geldbeutel belastet. Nicht weniger als 350 Euro im Jahr gibt jeder Bundesbürger nach Angaben von Statistikern für Verpackungen aus. Verbraucherschützer sehen dringend Handlungsbedarf.

„Das neue Jahr ist Anlass, mit guten Vorsätzen zu beginnen. Wer möglichst viel Unverpacktes in den Einkaufskorb legt, hilft der Umwelt und sich selbst“, rät Heidrun Franke, Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale Brandenburg. Sie betont: „Wir wollen weniger Verpackungen.“

Bei einem nicht repräsentativen Marktcheck in Supermärkten im ganzen Bundesland fanden Mitarbeiter der Verbraucherzentrale reichlich Anlass zur Kritik: „Viel Verpackung trifft auf wenig Inhalt“, fasst Franke das Ergebnis zusammen. So werden beispielsweise wenige Scheiben Lachs in einer großen Plastikhülle verpackt. Oft seien auch Dosen mit Kakaopulver oder undurchsichtige Bonbontüten längst nicht bis oben hin gefüllt. Eine kleine Tube Augenpflegecreme, die gerade mal fünf Gramm enthielt, sei in einem 15 mal 10 Zentimeter großen Karton verpackt gewesen. Und teilweise sei es auch so, dass unterschiedliche Mengen an Waschpulver in Kartons derselben Größe angeboten werden. Der Verbraucher müsse also genau die Mengenangaben auf der Verpackung lesen, rät Heidrun Franke.

Sie verweist noch auf ein weiteres Problem: Verpackungen schützen zwar Lebensmittel, aber sie geben in kleinen Mengen eine Vielzahl von Stoffen ab. Bei den Risiken vieler Inhaltsstoffe seien selbst Experten häufig ratlos. Die Verbraucherzentralen fordern daher mehr Forschung, Kontrolle und Transparenz hinsichtlich der eingesetzten Materialien und deren Sicherheit. Gleichzeitig müssten Verbraucher mehr Informationen erhalten. Die Politik sei in der Pflicht, Rahmenbedingungen für strenge Sicherheitsanforderungen zu schaffen und effektive Kontrollen von Verpackungen sicherzustellen, hieß es.

 

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