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Vergewaltigung und Pornografie

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

47-Jähriger aus Märkisch-Oderland soll sich an seinen und fremden Kindern vergangen haben / Seit gestern steht er vor Gericht

svz.de von
erstellt am 27.Aug.2014 | 16:13 Uhr

Wegen Vergewaltigung, sexuellen Missbrauchs der eigenen und fremder Kinder sowie Erwerbs, Besitzes und Verbreitung von Kinderpornografie steht seit gestern ein 47-jähriger Mann aus dem Landkreis Märkisch-Oderland vor Gericht.

Dem Familienvater werden mehr als 30 Straftaten zwischen 2003 und bis zu seiner Festnahme im August 2012 zur Last gelegt. „In großen Teilen hat er bereits gestanden“, sagt der Anwalt des Angeklagten am Rande des Prozesses vor dem Landgericht in Frankfurt (Oder).

Der 47-Jährige sitzt derweil zusammengesunken auf der Anklagebank und greift immer wieder schluchzend zu Tempotaschentüchern, als Staatsanwältin Iris Brauer die Anklageschrift verliest.

Das, was sie nüchtern Punkt für Punkt aufzählt, wiegt schwer und lässt sich kaum in Worte fassen. Er habe nicht nur seine eigenen Kinder missbraucht, sondern auch fremde. Auf der Geburtstagsparty seines Sohnes soll er ein Mädchen nach dem Planschen im Pool mit dem Handtuch abgetrocknet und dabei sein Glied an ihm gerieben, von den Kindern Fotos geschossen und im Internet verbreitet haben.

Das war im Sommer 2012 – kurz vor seiner Festnahme Anfang August. Doch schon Jahre zuvor begann der heute in Dresden lebende Mann damit, pornografische Schriften und Fotos aus dem Internet herunterzuladen, erst auf seinen Rechner, später auf sein Handy, wo Experten der Polizei auf der SIM-Karte belastendes Beweismaterial sichergestellt haben.

Auf die Schliche gekommen war ihm die Zentralstelle zur Bekämpfung von Internetkriminalität in Frankfurt am Main (ZIT), weil er in einschlägigen Foren Spuren hinterlassen hatte, die in seine Heimatgemeinde in Märkisch-Oderland führten.

Im Internet hatte er nach einer Mutter mit Kind zum gemeinsamen sexuellen Missbrauch gesucht. Auf seinem Rechner fanden Kriminalisten Fotos von gefesselten vier- bis sechsjährigen Kindern, die als Sex-Objekt missbraucht wurden, von minderjährigen Mädchen in aufreizenden Posen und Aufnahmen selbst von Kleinkindern, bei denen die Kamera den Intimbereich in den Fokus genommen hatte.

Allein im gelöschten Bereich seiner Festplatte stießen die Ermittler auf fast 300 Bilder mit pornografischem Inhalt. Zu all dem schweigt der Angeklagte nicht – allerdings äußert er sich nur hinter verschlossenen Türen, weil „in der Sache die Intimsphäre zur Sprache kommt“, wie es Frank Tscheslog, der Vorsitzende Richter am Landgericht, begründete.

Eine drei- bis vierjährige Freiheitsstrafe hatte ihm das Gericht bei einem Geständnis in Aussicht gestellt – dieses Angebot hat jedoch sein Verteidiger als zu hart empfunden und ausgeschlagen.

Seit seiner Festnahme und der folgenden Untersuchungshaft sei der 47-Jährige erheblich gesundheitlich beeinträchtigt, sagte Rechtsanwalt Jan Manshardt. Der Prozess wird im September fortgesetzt.

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