Eva Bäckerová : Verdienstorden für KZ-Überlebende

Für ihre Verdienste bekam die die NS-Zeitzeugin Eva Bäckerova den Landesverdienstorden verliehen.
Für ihre Verdienste bekam die die NS-Zeitzeugin Eva Bäckerova den Landesverdienstorden verliehen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat die KZ-Überlebende Eva Bäckerová für ihr Engagement mit dem Verdienstorden des Landes ausgezeichnet.

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11. August 2015, 15:16 Uhr

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat die KZ-Überlebende Eva Bäckerová für ihr Engagement mit dem Verdienstorden des Landes ausgezeichnet. „Sie haben der Verdrängung widerstanden, Sie bieten dem Vergessen die Stirn, Sie geben dem Erinnern eine Stimme“, würdigte Woidke die Arbeit der 75-jährigen Slowakin gestern.

Bäckerová ist unter anderem Vorsitzende des Internationalen Ravensbrück-Komitees und Mitbegründerin der Organisation The Hidden Child, die an diejenigen erinnert, die als Kinder den Holocaust überlebten. Zudem gehört sie dem internationalen Beirat der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten an.

Ihre Arbeit sei für sie selbstverständlich, sagte Bäckerová. „Ich will weiter arbeiten, solange ich stehen, sprechen und sehen kann.“ Die höchste Auszeichnung des Landes sei eine sehr große Ehre, erklärte sie. Sie sehe damit die Arbeit aller früheren KZ-Internierten gewürdigt.

Als Kind überlebte Bäckerová die deutschen Konzentrationslager Ravensbrück und Bergen-Belsen. Sie erinnere sich vor allem an Kälte und Hunger, hieß es. Bei ihrer Befreiung aus Bergen-Belsen war die damals Fünfjährige schwer erkrankt. Ihre jüngere Schwester starb dagegen im Alter von drei Jahren in Ravensbrück.

„Als Kind war mir alles Deutsche fremd, ich konnte keinen Unterschied machen zwischen Deutschen und Nazis“, sagte Bäckerová. Inzwischen sehe sie die Mitarbeiter der Gedenkstättenstiftung als Freunde.

Im Konzentrationslager Ravensbrück waren 132  000 Frauen und Kinder, 20  000 Männer und 1000 weibliche Jugendliche aus mehr als 40 Nationen gefangen. Nach Angaben der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wurden Zehntausende ermordet, starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente.

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