Zu wenig Aufmerksamkeit: : Vater wollte Tochter vergiften

EU-Vorgaben zu Gift in Spielzeug fallen deutlich strenger aus als das heutige deutsche Recht.
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EU-Vorgaben zu Gift in Spielzeug fallen deutlich strenger aus als das heutige deutsche Recht.

Der Mann aus Brandenburg soll versucht haben, seine eigene Tochter zu vergiften. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdeliktes gegen den Mann, der in Brandenburg/Havel in Untersuchungshaft ist.

svz.de von
21. Juli 2014, 13:02 Uhr

Schrecklicher Verdacht gegen einen Vater: Der Mann aus Brandenburg soll versucht haben, seine eigene Tochter zu vergiften. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdeliktes gegen den Mann, der in Brandenburg/Havel in Untersuchungshaft ist. Eine Behördensprecherin bestätigte am Samstag einen entsprechenden Bericht der „Märkischen Allgemeinen“.

Danach soll der Mann versucht haben, seine zwölf Monate alte Tochter in der Klinik zu vergiften. Bei einer Untersuchung von Blut und Mageninhalt des Kindes seien Reste von Alkohol, Nikotin und Desinfektionsmittel gefunden worden, schreibt das Blatt. Die Staatsanwaltschaft wollte dazu „aus ermittlungstaktischen Gründen“ zunächst keine Angaben machen. Die Verhaftung des Mannes erfolgte bereits Ende Juni. Damals lag dem Bericht zufolge ein monatelanges Martyrium hinter dem Kleinkind.

Das Mädchen kam demnach in ein Krankenhaus, als es nicht mehr zunahm und wuchs. Weil das Kind weder essen noch schlucken konnte, sei ihm ein Zugang zum Magen gelegt worden. Nachdem es dem Kind zunächst bessergegangen sei, habe sich sein Zustand nach Kontakt mit den Eltern verschlechtert und es sei ins Koma gefallen.


Ärzte vermuten Syndrom


Als die Ärzte organische Ursachen ausgeschlossen hatten, seien die Eltern in Verdacht geraten, berichtete die Zeitung. Der Zustand des Mädchens habe sich nur in ihrem Beisein verschlechtert. Abgesehen von Ärzten und Pflegepersonal waren sie die einzigen, die Zugang zu dem Mädchen hatten. Es besteht der Verdacht, dass die giftigen Substanzen dem Kind über den künstlichen Magenzugang verabreicht wurden. Die Ärzte vermuten ein Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom, schreibt das Blatt. Dabei macht ein Mensch einen anderen bewusst krank oder täuscht eine Krankheit vor. Ziel ist es, so Zuwendung für sich zu erreichen. Häufig sind es Mütter, die ihr Kind auf diese Weise misshandeln. Der zuständige Arzt in Brandenburg/Havel widersprach dem Bericht nicht und bestätigte, dass es den Verdacht einer versuchten Tötung gebe.

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