ehemalige brandenburger : Uni wirbt um Auswanderer

Kehrte nach 15 Jahren aus Kalifornien zurück: Der Geologe Bodo Bookhagen erhielt einen Lehrstuhl in Potsdam.
Kehrte nach 15 Jahren aus Kalifornien zurück: Der Geologe Bodo Bookhagen erhielt einen Lehrstuhl in Potsdam.

Hochschule beteiligt sich an Kontaktbörse in San Francisco. Dabei werden auch Karrierechancen für die Familienangehörigen präsentiert.

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26. August 2015, 07:55 Uhr

Deutsche Wissenschaftler, die wegen der dort besseren Forschungsbedingungen in die USA ausgewandert sind, sollen wieder nach Hause zurück geholt werden. Zu diesem Zweck findet in dieser Woche im kalifornischen San Francisco die Messe „GAIN“ statt. Ihr Name steht sowohl für das englische Wort für „Rückgewinnen“ (to gain), wie auch als Kürzel für „German International Academic Network“.

Als einzige Hochschule aus dem Land Brandenburg beteiligt sich die Universität Potsdam an dieser Messe. „Auf der GAIN waren wir schon mehrfach erfolgreich“, sagte Oliver Günther, Präsident der Uni Potsdam, vor seiner heutigen Abreise. „Wenn sich ein Wissenschaftler nach jahrelanger Forschungsarbeit in den USA für Potsdam entscheidet, haben wir einiges zu bieten“, ist er überzeugt.

Ein Beispiel für die erfolgreiche Rückwerbung ist der Geologe Bodo Bookhagen. Der heute 40-Jährige hatte im Jahr 2000 sein Diplom in Potsdam abgelegt und fünf Jahre später – nach ersten Forschungsaufenthalten in Kalifornien – auch die Dissertation mit der Bestnote „Summa cum laude“. Seine Spezialitäten sind die geologische Fernerkundung der Erde und die Folgen des Klimawandels. An der University of California erhielt er eine Assistenzprofessur.


Mischung muss stimmen


„Solche Leute wieder zu gewinnen, ist nicht einfach“, weiß die Geschäftsführerin der speziell für die Betreuung von Nachwuchsforschern geschaffenen „Graduate School“ in Potsdam, Heike Küchmeister. Sie ist froh darüber, dass nach den neuesten Regelungen des Landes Wissenschaftler nach einer befristeten Bewährungszeit wieder eine Lebenszeitprofessur erhalten können. Zudem werden auch Mittel aus dem Sozialfonds der Europäischen Union für Spitzenforscher eingesetzt.

Bookhagen erhielt jetzt den Lehrstuhl für Geoinformatik und Fernerkundung am Institut für Erd- und Umweltwissenschaften in Potsdam. „Ausschlaggebend war für uns, dass sowohl meine Frau als auch ich lukrative Jobangebote von der Universität bekommen haben – in ganz verschiedenen Disziplinen“, begründet der Forscher selbst seine Entscheidung zur Rückkehr.

„Die Klimaforschung sowie die Erd- und Biowissenschaften sind drei Felder, auf denen unsere Uni international einen Namen hat“, sagt unterdessen Heike Küchmeister. Deshalb hofft man auch in dieser Woche auf interessante Kontakte. Auch Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (SPD) wird mit nach San Francisco reisen.

Im Juni fand zudem ein Netzwerktreffen mit Rückkehrern aus den USA von verschiedenen deutschen Universitäten in Potsdam statt. „Der Erfahrungsaustausch hat gezeigt, dass sich der Aufwand lohnt“, sagt Oliver Günther.

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