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Eleonore Kastner gestorben : Trauer um „Oma Ella“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die bekannte Wahl-Berlinerin Eleonore Kastner starb jetzt im Alter von 105 Jahren

svz.de von
erstellt am 28.Jan.2015 | 16:36 Uhr

Sie hat ihr Leben in vollen Zügen genossen. Bis zuletzt war Eleonore Kastner voller Lebensfreude, besuchte das Oktoberfest, feierte mit Berlins Ex-Regierendem Klaus Wowereit beim schwul-lesbischen Stadtfest in Schöneberg oder traf Grand-Prix-Gewinnerin Conchita Wurst. Erst am 7. Januar feierte „Oma Ella“ ihren 105. Geburtstag. Kaum drei Wochen später starb die bekannte Wahl-Berlinerin nun im Beeskower Oder-Spree-Krankenhaus. Sie sei mit einem Lächeln im Gesicht gestorben, berichtete Enkel Günther Kastner gestern. „Selbst im Tod zeigte sie uns nochmals ihr Lachen.“

„Oma Ella“ wurde als Eleonora Maria Theresia Sepp im bayrischen Kelheim geboren. Damals war Kaiser Wilhelm II. Staatsoberhaupt in Deutschland. Später zog die Familie nach Amberg. Zuletzt wohnte „Oma Ella“, wie sie selbst immer gerne genannt wurde, bei ihrem Enkel Günther Kastner in Berlin-Reinickendorf. Dennoch hat sie ihren bayrischen Dialekt bis zuletzt gepflegt – auch im Gespräch mit Reportern, denen sie gerne mit flotten Sprüchen auf ihre Fragen antwortete.

Eleonore Kastner vom Dalai Lama empfangen
Berühmt wurde Kastner durch ihre zahlreichen Besuche bei großen Events, wo sie sich mit Prominenten fotografieren ließ. Im vergangenen Sommer wurde sie vom Dalai Lama anlässlich seines Besuchs in Hamburg empfangen und gesegnet. Auch er selbst bat „Oma Ella“ um den Segen: Denn im tibetanischen Buddhismus werden über 100-Jährige wie Heilige verehrt.

Eleonore Kastner hatte vier Kinder, von denen sie drei überlebte. Außerdem hatte sie fünf Enkel, acht Urenkel und zwei Ururenkel. Seit 1988, als ihr Mann starb, war sie häufig auf Reisen: Sie war in Indien, China, Thailand, Indonesien, Bhutan, den USA, auf den Bahamas und in fast allen Ländern Europas.

Auf dem Münchner Oktoberfest, zu dem sie jedes Jahr reiste, galt sie als die älteste Besucherin. Im vergangenen Jahr wurde die lebensfrohe Seniorin auch während eines Aufenthalts im Freizeitpark „Tropical Islands“ in Brand (Dahme-Spreewald) zur ältesten Besucherin aller Zeiten erklärt. Zudem war sie eines der ältesten Facebook-Mitglieder. In dem sozialen Netzwerk wurde ein Kondolenz-Buch eingerichtet. Dort trauern Fans und Freunde um ihre beliebte Party-Oma. „Sie war eine bezaubernde Frau“, schreibt eine Nutzerin. Ein anderer Gast schreibt: „Sie hat gezeigt, dass man sein Leben genießen muss.“

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