Urteil gefällt: : Teure Autos gegen Polizei-Interna

dpa_148d3a009d319be3

Er gab mehrere Jahre lang interne Informationen an einen Geschäftsmann und früheren Kollegen weiter und durfte dafür schicke Autos fahren: Gleich am ersten Prozesstag wurde ein Cottbuser Kriminalkommissar zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

von
18. August 2015, 22:00 Uhr

Er gab mehrere Jahre lang interne Informationen an einen Geschäftsmann und früheren Kollegen weiter und durfte dafür schicke Autos fahren: Gleich am ersten Prozesstag wurde ein Cottbuser Kriminalkommissar zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Direkt zum gestrigen Auftakt hatte der 53-Jährige die Vorwürfe eingeräumt. Der Polizeibeamte war wegen Bestechlichkeit und Verletzung des Dienstgeheimnisses sowie von Privatgeheimnissen angeklagt.

Gegen den Geschäftsführer eines Sicherheitsunternehmens erging am Schöffengericht des Amtsgerichts in Cottbus eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten. Auch der ehemalige Polizist, der unter anderem wegen Bestechung angeklagt war, hatte gestanden. Die Entscheidung ist nach Angaben des Amtsgerichts noch nicht rechtskräftig.

Beide Männer kennen sich seit langem und hatten auch zusammen gearbeitet. „Ich wollte ihm einfach helfen“, sagte der Kommissar mit Blick auf seinen Bekannten. Er habe sich weiter keine Gedanken gemacht. Die Abmachung zwischen den beiden Angeklagten soll von 2008 bis 2013 gelaufen sein. Die Informationen soll der Polizist aus polizeilichen Daten- oder Auskunftssystemen entnommen haben. Dabei ging es laut Anklage um Personendaten und Halter-Abfragen. Die Anfragen und der Datenverrat kamen über SMS und Mails heraus.

Richterin Marion Rauch sagte, es sei unverständlich dass das so lange gegangen sei, ohne dass ein Unrechtsbewusstsein aufgekommen sei. Bei der Polizei als Dienstherrin sah sie keine Verantwortung. Die Ankläger gingen bei dem Polizeibeamten von einem Vorteil von 50  000 Euro aus. Diese Summe muss er an die Staatskasse zahlen. Der Sicherheitsmann muss 10  000 Euro an eine soziale Einrichtung geben.

Auch die Staatsanwaltschaft hatte für den Polizisten, der vom Dienst suspendiert worden war, eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren gefordert. Für den zweiten Mann plädierte sie auf ein Jahr und vier Monate auf Bewährung. Die Verteidigung sprach sich für eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, sowie bei dem Sicherheitschef für eine Bewährungsstrafe von einem Jahr aus. Zu Beginn des Prozesses verständigten sich Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht: Bei einem vollen Geständnis sollte es Bewährungsstrafen geben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen