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„Miss Brandenburg“ zum zweiten : Spieglein, Spieglein an der Wand...

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Nicht einmal meinem Freund habe ich vorher erzählt, dass ich mitmache“, sagt die gelernte Sozialversicherungsfachangestellte, die jetzt an der Technischen Hochschule Wildau Betriebswirtschaft im fünften Semester studiert.

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erstellt am 16.Okt.2014 | 11:30 Uhr

Die Überraschung ist ihr gelungen: Als Lisa Wargulski am späten Sonnabendabend mit ihrem Handy ein Foto mit Krone auf dem Kopf an ihrer Mutter sendet, versteht die die Welt nicht mehr. Lisa? Krone? Die Wahl zur „Miss Brandenburg“ ist doch schon fünf Jahre her? Damals war die 1,82 Meter große Studentin gerade mal 19 Jahre alt und landete gleich bei der Premiere auf dem Siegertreppchen.

Was die Mutter von Lisa erst später realisiert, ist, dass ihre Tochter es noch einmal gewagt hat – und den Titel „Miss Brandenburg“ samt Krone und Schärpe ein zweites Mal tragen darf. „Nicht einmal meinem Freund habe ich vorher erzählt, dass ich mitmache“, sagt die gelernte Sozialversicherungsfachangestellte, die jetzt an der Technischen Hochschule Wildau Betriebswirtschaft im fünften Semester studiert. Ihre erneute Teilnahme an der Miss-Wahl in Brandenburg/Havel hat sie streng geheimgehalten, „weil ich Angst hatte, nicht zu gewinnen, und mich nicht unter Druck setzen wollte.“

Am Ende war die Jury einmal mehr von ihrem Erscheinungsbild überzeugt: ihren Modelmaßen 85/62/92, den blau-grauen Augen und den langen, braunen Haaren. Die fünf Jahre seit dem ersten Sieg haben ihre Spuren bei Lisa hinterlassen – positive, wie sie findet. Sie sei selbstsicherer geworden, nicht nur, wenn auf dem Laufsteg die Augen aller auf sie gerichtet sind. „Jetzt kann ich das richtig genießen, vor fünf Jahren war ich unsicher und schüchtern“, erzählt sie.

Der erste Titel 2009 und die Wahl der Miss Germany ein Jahr darauf, bei dem sie es unter die zehn Schönsten Deutschlands schaffte, haben ihr in der Modelbranche einige Türen geöffnet. „Ich habe mich bei Agenturen vorgestellt und viele Kontakte gesammelt“, sagt sie. Inzwischen ist sie nicht nur bei der Fashion Week in Berlin und erst kürzlich sogar in China fest gebucht, sondern steigt für Designer-Papst Harald Glööckler auf den Laufsteg und wirbt mir ihrer Haarpracht für Markenprodukte wie L‘Oréal. Für die großgewachsene Frankfurterin nicht nur „ein schöner Ausgleich zum Studium“ sondern zugleich ein „Super-Nebenjob“, bei dem ihr immer noch genug Zeit zum Lernen bleibt.

Das Studium hat Priorität – trotz ihres Erfolgs im Scheinwerferlicht. „Ich bin eine ganz normale Studentin – wie andere auch“, erzählt die 24-Jährige. Sie sitzt im Studentenparlament, will im nächsten Jahr ihren Abschluss machen – und dann entweder den Master dranhängen oder gleich richtig Geld verdienen, am liebsten im Modeeinkauf oder -vertrieb. Doch zunächst hat sie ein anderes Ziel vor Augen: Nachdem sie sich die Krone als „Miss Brandenburg“ zurückgeholt hat, möchte sie bei der Wahl zur Miss Germany im Februar kommenden Jahres unter die ersten Drei kommen. Chancen dazu räumt ihr auch Mirko Grunow, Regionaldirektor MGC-Miss Germany Corporation, ein. „Lisa ist ein großes Model – davon gibt es nicht so viele“, spielt er auf ihre 1,82 Meter an.

Damit sie beim großen Finale im Februar bei der Jury punktet, geht es Anfang nächsten Jahres für drei Wochen in ein Trainingscamp, vermutlich nach Ägypten. Lisa Wargulski weiß, was dort auf sie zukommt. Foto-Shootings, Modenschauen, Laufstegtraining und ein Benimm-Kurs. Das kennt sie schon von 2010 aus den Arabischen Emiraten. „Da erzählt man uns, wie wir Besteck richtig benutzen und das Sektglas mit abgespreiztem Finger halten“, lacht sie.

Mit dem Erfolg kann sie gut umgehen, auch mit dem Echo männlicher Verehrer in sozialen Netzwerken wie Facebook. Sie ist keine Unbekannte mehr, gibt Journalisten Interviews, posiert vor Fotografen, und ihre Freunde, Kommilitonen und die Familie aus Frankfurt (Oder) drücken die Daumen für das große Finale.

Einem besonderen Wellness-Programm will sie sich vor der Miss Germany-Wahl nicht unterziehen. Und beim Essen muss sie sich nach eigenen Angaben auch nicht zügeln: „Das liegt mir in den Genen – meine Eltern sind beide groß und schlank.“ Zudem ist Lisa Wargulski durchtrainiert und fit. Sie treibt Sport und geht bei diversen Halbmarathons mit an den Start. „Ich lass die Wahl auf mich zukommen“, gibt sie sich gelassen. Einige Missen, die im Februar 2015 gegen sie antreten werden, habe sie sich schon angesehen. Andere sind noch gar nicht gewählt. Die Frage: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im Land“ habe sie ihrem Kosmetikspiegel nie gestellt. „Der antwortet ja eh nicht“, lacht sie.

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