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Gewalt im Zug : So sehen die brutalen Schläger aus

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Jung, alkoholisiert, gewalttätig – nach den Regionalbahn-Schlägern wird gefahndet

svz.de von
erstellt am 25.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Wenige Tage nach dem brutalen Angriff auf eine Familie in Märkisch-Oderland sucht die Polizei mit Bildern nach drei Verdächtigen.

Sie tragen bunte Sportschuhe, T-Shirts mit markanten Aufdrucken, zwei von ihnen außerdem schlabbrige Jogginghosen. Hinzu kommen auffällige Gesichter – mit Pausbacken beziehungsweise eingefallenen Wangen. Bei einem der Männer fällt zudem der Bierbauch ins Auge, beim anderen seine Ringerstatur, der dritte Mann ist eine äußerst hagere Erscheinung.

Obwohl die Bilder der Überwachungskamera ziemlich pixelig sind, lassen sich dank der guten Ausleuchtung des Regionalzugs auf den Aufnahmen viele wichtige äußere Merkmale der mutmaßlichen Regionalbahnschläger vom vergangenen Wochenende ausmachen. Meik Gauer, Pressesprecher der Bundespolizei in Berlin, ist deshalb auch zuversichtlich, die Verdächtigen mit Hilfe des jetzigen Zeugenaufrufs schnappen zu können. „Die Bilder sind sehr gut. Wir hoffen, dass sich nun Leute melden, die die Männer kennen“, sagt Gauer. Denkbar sei außerdem, dass sich die Gesuchten jetzt angesichts des medialen Drucks selbst der Polizei stellen, ergänzt der Sprecher.

Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt (Oder) hatte die Bilder am Mittwochvormittag für eine öffentliche Suche freigegeben. Außerdem wurde eine Sonderkommission eingerichtet. Gauer berichtet, dass am Mittwoch bereits wenige Stunden nach Veröffentlichung der Bilder erste Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen sein, die man nun prüfe.

Die drei alkoholisierten Männer, die deutsch und polnisch sprechen, sollen die aus Polen stammende und in Berlin-Treptow lebende Familie am Sonnabend gegen 21 Uhr in einem Zug der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) nahe dem Bahnhof Strausberg krankenhausreif geschlagen haben. Der 29-jährige Vater, seine 32 Jahre alte Frau und der sechsjährige Sohn wurden verletzt, konnten die Klinik inzwischen aber wieder verlassen. Der Mann erlitt Platzwunden im Gesicht, die Frau und der Sohn trugen Prellungen davon. Zu dem Streit war es nach Polizeiangaben gekommen, weil der Vater die drei jungen Männer gebeten hatte, etwas leiser zu sein.

Laut Polizei wurde die verbale Auseinandersetzung im Zug in erster Linie auf Polnisch geführt. Die Täter verließen die Bahn nach der Attacke in Strausberg und flüchteten, bevor die vom Zugbegleiter alarmierte Polizei eintraf. Die Familie fuhr weiter nach Berlin-Lichtenberg. „Wir wissen nicht, ob die Verdächtigen in der Gegend wohnen oder nur zu Besuch waren“, sagt Polizeisprecher Gauer. „Wir sind für alle Hinweise dankbar.“ Beamte der Bundespolizei werden zudem weiterhin verstärkt in dem Streckenabschnitt präsent sein und nach den Tatverdächtigen fahnden, fügte Gauer hinzu.

Mit Blick auf die guten Kamerabilder erinnerte der Polizeisprecher daran, dass längst nicht alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Region per Video überwacht werden. In S-Bahn-Zügen etwa seien Kameras die Ausnahme. „Solche Bilder können eine wichtige Hilfe bei den Ermittlungen sein“, betonte der Sprecher. Ob sie potenzielle Täter von ihrem Vorhaben abschrecken können, sei indes umstritten. Im Falle des Strausberger Übergriffs war es ganz offensichtlich nicht so. „Alkoholisierte Täter denken vermutlich während ihrer Attacke nicht an die Kamera“, gibt Gauer zu bedenken.

Bundespolizei und Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) bemühten sich in den Tagen nach der Tat, die Bürger zu beruhigen. Attacken auf Familien seien äußerst selten, hieß es. Auch würde die Zahl der gemeldeten Straftaten in Zügen nicht steigen. „Die objektive Sicherheit in den Zügen ist groß“, beteuerte VBB-Sprecherin Elke Krokowski. Hinweise zu den Gesuchten nimmt jede Polizeidienststelle oder die Bundespolizei unter der Rufnummer 030 297 7790 entgegen.

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