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Vereinfachung diskutiert : Seen-Datenbank für Angler geplant

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Tourismusverbände diesseits und jenseits der Landesgrenze haben das bemerkt ebenso wie Unternehmer der Wassertourismusbranche – beide lenken deshalb ihre Aufmerksamkeit auf diese Gäste.

Der Vorrat an Wochenangelkarten war im vergangenen Jahr schnell vergriffen. „Wir haben uns öfter um Nachschub gekümmert“, erzählt Olaf Wusterbarth vom Kreisanglerverband Oberhavel, der im Süden 600 Hektar Wasser betreut. Die Zahl der Touristen nimmt zu, die mit Angelruten im Gepäck über die Havel zur Müritz und umgekehrt reisen und nicht Mitglied in einem Verband sind. Die Tourismusverbände diesseits und jenseits der Landesgrenze haben das bemerkt ebenso wie Unternehmer der Wassertourismusbranche – beide lenken deshalb ihre Aufmerksamkeit auf diese Gäste.

Weil die Bundesländer das Fischen ganz unterschiedlich reglementiert haben, wollen sie den Griff zur Angel erleichtern. Um zu erfahren, auf welchem Weg das möglich ist, haben Vertreter der RegioNord die Tourismusverbände, Politiker der CDU, und Vertreter der Landesfischerei- und des Kreisanglerverbands Gransee um einen „Runden Tisch“ versammelt. In Fürstenberg fand kürzlich das zweite Treffen statt. Auf die Angleichung beider Vorschriften, was eine Idee der Beteiligten ist, gibt es jedoch offenbar wenig Hoffnung. „Schön wäre eine einheitliche Abgabe in beiden Ländern“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Henryk Wichmann und meint damit, dass Brandenburg das Modell seines Nachbarn übernehmen könnte.

Mecklenburg-Vorpommern bietet seinen Gästen einen „Touristenfischereischein“ an, der zeitlich begrenzt das Angeln von Fried- und Raubfischen gestattet. In Brandenburg ist nur das Friedfischangeln ohne Schein erlaubt, das Raubfischangeln setzt grundsätzlich eine Prüfung voraus. Eine Übernahme sei „schwierig, dieses Fass wollen wir nicht aufmachen“, sagt Wichmann. Bei „diesem Fass“ gehe es um Fragen des Tierschutzes. Er befürchtet, mit einer erneuten Diskussion selbst das bisher Ausgehandelte zu verlieren.

Ob die Lösung des Nachbarlands auch erstrebenswert für Brandenburg ist, da zeigt Lars Dettmann, Geschäftsführer des Landesfischereiverbands, Skepsis. „Raubfischangelei ist diffiziler“, verteidigt er die Prüfung. Er hält sie für richtig, weil es beim Angeln um Wirbeltiere gehe. „Die Brandenburger Lösung ist mir sympathischer“, sagt Dettmann. Über eine Angleichung „müsste man in Ruhe mal nachdenken“, zumal er findet, dass beide Länder mit ihren Fischereiabgaben „nicht soweit nicht auseinander sind“.

Der Tourismusverband Seenplatte hat dem Runden Tisch und dem Vorhaben sein Interesse signalisiert. Zum Treffen ist ein Vertreter krankheitsbedingt jedoch nicht anwesend. Also bleibt den Oberhaveler Beteiligten zunächst, auf eigenem Terrain nach Lösungansätzen zu suchen. Weil „kein gutes Material zur Aufklärung“ über die hiesigen Vorschriften in den Tourismusbüros vorhanden ist, soll nun eine Broschüre zum Friedfischangeln ohne Schein des Landesamts für ländliche Entwicklung geordert und zur Verfügung gestellt werden.

In einem zweiten Schritt könnte an einer digitalen Datenbank gearbeitet werden, die alle Gewässer im Ruppiner Seenland und auf der Seenplatte enthält, dazu über die jeweiligen Pächter, deren Kontaktdaten und die Verkaufsorte für Fischereischeine informiert. „Das Bemühen, solch eine Karte herauszubringen ist nicht neu“, sagt Lars Dettmann vom Landesfischereiverband. Und auch Wichmann und Olaf Bechert von der RegioNord verweisen auf ein Pilotprojekt im Seenland Oder-Spree, wo eine solche Datenbank bereits existiert. Dettman ist überzeugt, dass dies „den Akteuren vor Ort hilft, die Attraktivität von Nordbrandenburg zu steigern“.

Nach Wichmanns Vorstellungen soll eine Datenbank – zumindest für die größten Gewässer im Norden Oberhavels und den angrenzenden Landkreisen – noch in dieser Angelsaison verfügbar sein. Während Olaf Wusterbarth vom Kreisanglerverband Oberhavel das für ambitioniert hält, geht Dettmann davon aus, dass es machbar ist. In den Tourismusbüros sollen Gäste dann Kartenausschnitte als Ausdrucke erhalten. Auch eine App sei denkbar, sagt Wichmann. Über die Finanzierung des gesamten Vorhabens ist allerdings noch nicht gesprochen worden.

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