Eilverfahren bestätigt: : Richter verbieten Töten von Bibern

Biber fühlen sich in dem Naturschutzgebiet „Hohe Elbufer“ wohl. Die markanten Zeichen ihrer Nagetätigkeit lassen sich an den Bäumen gut entdecken.
Biber fühlen sich in dem Naturschutzgebiet „Hohe Elbufer“ wohl. Die markanten Zeichen ihrer Nagetätigkeit lassen sich an den Bäumen gut entdecken.

Biber im Oderbruch dürfen weiterhin nicht getötet oder gefangen werden. Das hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg entschieden.

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05. März 2015, 10:00 Uhr

Biber im Oderbruch dürfen weiterhin nicht getötet oder gefangen werden. Das hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg entschieden. Damit wurde im Eilverfahren eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Frankfurt (Oder) vom Januar bestätigt, teilte eine Sprecherin gestern mit.

Der Landkreis Märkisch-Oderland hatte an mehr als 1000 Gewässerabschnitten das Töten und Fangen der Tiere erlaubt. Dagegen klagte der Naturschutzbund in Brandenburg (Nabu) und beantragte einstweiligen Rechtsschutz - bislang mit Erfolg.

Die Verwaltungsrichter zweifelten an, ob der Bescheid des Landkreises rechtmäßig ist. Angesichts des Artenschutzes, den der Biber genieße, sei eine Prüfung des Einzelfalles nötig. Dies werde in dem bisherigen „Sammelbescheid“ nicht genügend beachtet.

Der Nabu begrüßte die Entscheidung. „Wir hoffen, dass wir nun einen gemeinsamen Weg mit dem Landkreis finden“, sagte eine Sprecherin. Die Organisation suche das Gespräch mit der Behörde. Basis für eine außergerichtliche Lösung sei der Entwurf eines Sieben-Punkte-Plans von Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD).

Dieser will mit Hilfe eines Biber-Managements den Konflikt mit den geschützten Tieren möglichst entschärfen. Künftig sollen zwei Biber-Manager zwischen Naturschützern und von Schäden Betroffenen vermitteln. Laut Vogelsänger will das Land bis 2020 allein für Präventionsmaßnahmen rund 700  000 Euro ausgeben.

„Der Plan ist der Blick in die richtige Richtung“, sagte Landrat Gernot Schmidt SPD). Er sei zu Gesprächen mit dem Nabu bereit. „Ich will ja nicht mit dem Kopf durch die Wand“, so Schmidt. „Eine Einigung müsste aber praktikabel sein und eine Lösung für die Probleme bringen.“ Schätzungen zufolge gibt es landesweit rund 3000 Biber, was etwa einem Drittel des Gesamtbestandes in Deutschland entspricht.

Derzeit leidet insbesondere der Landkreis Märkisch-Oderland unter ihren Aktivitäten. Die Tiere stauen Gewässer an, die so wiederum Keller und Felder überfluten. Zudem gefährden sie durch das Graben von Gängen die Stabilität von Deichen bei Hochwasser.

Noch zu Wendezeiten waren Biber im Land fast ausgerottet. Sie sind etwa einen Meter lang, wiegen zwischen 20 und 30 Kilogramm und sind Vegetarier. Mit ihren scharfen Schneidezähnen können sie auch dicke Bäume in einer Nacht zu Fall bringen.

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