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Einbrecher und Diebe : Prüfungsaufgaben weg – muss Brandenburg zahlen?

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Nach einem Einbruch in ein märkisches Schulbüro wurden in Berlin 25 000 neue Aufgabenbögen verteilt.

Nach dem Diebstahl von Prüfungsaufgaben für Schüler prüft die Berliner Senatsverwaltung Schadenersatzansprüche gegen eine Brandenburger Schule. Dort waren am Wochenende Mathe- und Englischaufgaben bei einem Einbruch gestohlen worden. Allein in Berlin mussten deshalb 25 000 Aufgabenbögen neu gedruckt und verteilt werden, sagte ein Sprecher der Bildungsverwaltung gestern. Die Bildungsbehörden in Berlin und Brandenburg hatten nach eigenen Angaben die Prüfungsfragen rechtzeitig austauschen können. Verzögerungen des Prüfungsbeginns waren nicht bekannt.

Medien hatten zuvor berichtet, dass Zehntklässler für den Mittleren Schulabschluss wegen des Diebstahls Ersatzaufgaben lösen mussten. In Berlin waren laut Behörden insgesamt 33 000 Schüler betroffen, in Brandenburg 10 000 an 180 Schulen.

Unbekannte waren in der Nacht von Samstag auf Sonntag in eine Gesamtschule in Oranienburg eingebrochen. Laut Polizei wurde das Büro verwüstet, Laptops und Beamer wurden gestohlen. Wie die Schulbehörden am Montag erfuhren, nahmen die Diebe auch Aufgaben für die Matheprüfung am Dienstag und die in Englisch an diesem Donnerstag mit. „In Abstimmung mit Berlin wurden daraufhin die Reserveaufgaben aktiviert“ sagte Stephan Breiding, Sprecher des brandenburgischen Bildungsministeriums. „Im Zweifelsfall haben die Schüler gar nichts von dem Vorfall mitbekommen.“

Die Schulaufsicht prüfe nun, ob die Schule in Oranienburg die Sicherheitsbestimmungen eingehalten habe. Danach darf nur die Schulleitung die Prüfungsaufgaben in Empfang nehmen. Anschließend müssen sie sicher verschlossen werden – beispielsweise im Safe oder einem Stahlschrank.


Schon mehrmals Einbrüche in der Schule


Die Schulbehörden in Berlin und Brandenburg wollen die bisherige Auslieferungspraxis überdenken. Während die Aufgaben in Berlin erst am Prüfungstag ausgeliefert werden, ist dies im Nachbarland ein paar Tage zuvor der Fall. „In einem Flächenland wie Brandenburg ist es schlicht unmöglich, am selben Tag auszuliefern“, so Breiding. Denkbar sei eine elektronische Übermittlung, die aber auch Risiken berge. Die Reserveaufgaben wurden gestern teils auf diesem Weg übermittelt. In Brandenburg war es laut Breiding das erste Mal, dass Aufgaben gestohlen worden sind. Erst vor wenigen Tagen war in einer Saarbrücker Schule ein Tresor mit Abi-Aufgaben gestohlen worden. Ob die Einbrecher in Oranienburg gezielt nach den Prüfungsaufgaben gesucht haben, ist bislang unklar.

Die private Gesamtschule ist nach Angaben der Polizei in den vergangenen zwei Monaten dreimal von Einbrechern heimgesucht worden. „Dabei wurden Bargeld und Wertgegenstände gestohlen“, sagte eine Polizeisprecherin. Wegen der häufigen Einbrüche seien die Sicherheitsvorkehrungen in der Schule zuletzt verbessert worden, sagte Schulleiterin Julia Romano. Die Einbrecher hätten das Gebäude verwüstet: „Es sieht nach gezieltem Vandalismus aus“, sagte Romano.

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