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Baukultur : Preisgekrönte Glasbrücke

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburgischer Baukulturpreis geht an Kindertagesstätte in Wittstock

svz.de von
erstellt am 07.Okt.2015 | 10:54 Uhr

Die Kita Kinderland in Wittstock/Dosse ist gestern mit dem zum vierten Mal vergebenen Brandenburgischen Baukulturpreis gewürdigt worden. Er wird von der Brandenburgischen Architektenkammer und der Brandenburgischen Ingenieurkammer vergeben. Der Stadt Wittstock sei es beispielhaft gelungen, zweckmäßiges und qualitativ anspruchsvolles Bauen im historischen Kontext umzusetzen, begründete die Jury ihr einstimmiges Votum. Für den Entwurf zeichnete Tim Kleyer aus Berlin von kleyer.koblitz.letzel.freivogel
gesellschaft von architekten
mbh verantwortlich.

Zwei denkmalgeschützte ehemalige Schulen, die Jungen- und die Mädchenschule von 1850 und 1890, wurden von der Stadt zur kommunalen Kindertagesstätte umgebaut. Dafür mussten beide Gebäude im historischen Altstadtbestand über die Küsterstraße verbunden werden. Dieser alte Weg bildet eine Blickachse zur Kirche.

Statt des ursprünglich geplanten Verbindungsbaus wurde eine gläserne Brücke über die Küsterstraße errichtet. Ein Neubau nahm zudem Treppenhaus, Toiletten und Waschräume sowie einen Sozialraum auf. Damit wurden deutliche Veränderungen an beiden Denkmalen vermieden.

Der Neubau verlängert die Bauflucht der früheren Schulbauten und verleiht dem Kirchplatz eine bessere Raumfassung. Größe und Dachneigung fügen sich angenehm in den städtischen Raum ein. Mit den verwendeten Mauerziegeln, die auch bei den Denkmalen vorkommen, passt sich der neue Bau harmonisch in das Umfeld ein.

Die herausragende Qualität des kleinen Neubaus wird durch das Maß und die Baukörperproportionen, die Gliederung der Fassadenflächen sowie die differenzierte Verwendung des Ziegelmauerwerkes geprägt. Die Gebäudegestalt stellt einen deutlichen Bezug zur Entstehungszeit her, ohne die historischen Bauten infrage zu stellen. Den Kindern vermittelt diese Verbindung zwischen Alt und Neu Baukultur.

Der brandenburgische Baukulturpreis würdigt herausragende aktuelle Leistungen des Bauens im Land und dokumentiert die Breite qualitätsvoller Vorhaben. Damit trägt der Wettbewerb dazu bei, Planen und Bauen als wichtige Aufgaben noch stärker ins gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken. 2015 stand im Mittelpunkt das Bauen im Kontext. Dabei ging es um räumliche Bezüge zur Nachbarschaft wie moderne Gebäude in historischen Altstädten, altengerechte Wohnungen im Bestand, das ausgebaute Bauernhaus im Dorf, die neue Brücke in einem Park. Jedes Bauvorhaben, ob Neubau, Umbau oder Ausbau soll nicht nur selbst schön und nützlich sein, sondern auch seine Umgebung bereichern und aufwerten.

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