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Lösung in sicht : Potsdamer Synagogenstreit geht weiter

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Land plant Stiftungsentwurf und Mehrfachnutzung. Bis zu 300 000 Euro Zuschuss jährlich.

Brandenburgs Kultusministerium versucht offenbar weiter, im Streit um den Neubau einer Synagoge in Potsdam zu vermitteln. Wie aus einem dieser Zeitung vorliegenden Entwurf einer Vereinbarung zwischen den drei miteinander zerstrittenen jüdischen Gemeinden Potsdams und dem Ministerium hervorgeht, will das Land auf dem Grundstück an der Potsdamer Schlossstraße ein Synagogengebäude nach dem Entwurf des Berliner Architekten Jost Haberland errichten.

2009 hatte Haberland einen internationalen Architekturwettbewerb für das Synagogengebäude gewonnen. Das moderne Gemeindezentrum soll gegenüber vom neuen Landtagsgebäude errichtet werden – der ursprüngliche Standort der Potsdamer Synagoge ist heute mit Wohnhäusern überbaut, nachdem das Gebäude 1945 bei einem Luftangriff zerstört und 1957 abgerissen wurde.

Über den immer wieder geänderten Entwurf des Architekten hatte es allerdings massiven Streit gegeben, in dessen Verlauf sich neben der jüdischen Gemeinde Potsdam und der Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde Brandenburg sogar eine dritte Gemeinde – die Synagogengemeinde Potsdam – gründete. Nun favorisiert die Landesregierung offenbar die Gründung einer Stiftung bürgerlichen Rechts, die das Gebäude betreiben soll. Sie soll das Grundstücks- und das Gebäudeeigentum erhalten und die Nutzung durch die Gemeinden festsetzen.

Der Stiftungszweck solle so gestaltet werden, dass mehrere jüdische Gemeinden das Gebäude als Gotteshaus, Gemeinde- und Veranstaltungszentrum nutzen könnten. Geleitet werden soll die Stiftung von einem Stiftungsrat, dem neben Vertretern der Gemeinden je ein Vertreter des Landes Brandenburg und der Stadt Potsdam angehören sollen. Vorsitzender des Gremiums soll ein Nicht-Mitglied der Gemeinden sein. Den Betrieb will das Land durch jährlich bis zu 300 000 Euro unterstützen. Sollte die Stiftung ihre Arbeit einstellen, sollen Gebäude und Grundstückseigentum an das Land zurückfallen.


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