Clubmitglieder festgenommen : Polizeirazzia bei Seelower Bikern

Sämtliche Zufahrtsstraßen waren gesperrt, der Red-Devils-Club mit Einsatzfahrzeugen der Polizei zugestellt.
Sämtliche Zufahrtsstraßen waren gesperrt, der Red-Devils-Club mit Einsatzfahrzeugen der Polizei zugestellt.

Durchsucht wurde unter anderem das vor zwei Jahren in der Kleinstadt eingerichtete Domizil des Rockerclubs Red Devils East Selection.

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20. August 2015, 08:00 Uhr

Bei einer Razzia der Polizei sind am gestern Vormittag in Seelow (Märkisch-Oderland) zwölf Kilogramm Cannabis und 2,5 Kilogramm Amphetamine sichergestellt worden. Es gab zwei Festnahmen. Durchsucht wurde unter anderem das vor zwei Jahren in der Kleinstadt eingerichtete Domizil des Rockerclubs Red Devils East Selection. Die Razzia erstreckte sich außerdem auf Wohnungen und Fahrzeuge eines Mitgliedes der Hells Angels sowie eines Mitgliedes der Red Devils. Ein 27-Jähriger (Hells Angels) und ein 31-Jähriger (Red Devils) wurden vorläufig festgenommen und Haftbefehle beantragt. Bei weiteren vier Personen, die nicht Mitglieder in Motorradclubs sind, durchsuchte die Polizei ebenfalls die Wohnungen. Sie gehören zur bandenmäßigen Struktur der wegen Drogenhandels verdächtigen Personen.

Die Razzia erfolgte im Zuge mehrerer Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Besitz von und Handel mit Betäubungsmitteln. Das Amtsgericht Frankfurt hatte die Durchsuchungen angeordnet. Das große Polizeiaufgebot, zu dem ein Zug der Bereitschaftspolizei, Beamte der Landespolizei der Inspektionen Barnim und Märkisch-Oderland sowie Kräfte des Sondereinsatzkommandos (SEK) gehörten, sorgte für Aufregung in der Kreisstadt. Sämtliche Zufahrtsstraßen waren gesperrt, der Red-Devils-Club mit Einsatzfahrzeugen der Polizei zugestellt.

Zahlreiche Schaulustige beobachteten das Vorgehen der Polizei vor allem an der Seelower Eisdiele im Stadtzentrum. Gerade in der Ferienzeit ist sie ein beliebter Treff. Andreas Tiede, Chef der Seelower Red Devils, ist der Sohn der Eisdielenbetreiberin. Gestern war der Bereich menschenleer. Dort und an anderen Stellen sicherten die maskierten SEK-Kräfte den Einsatz ab.

In Nebenstraßen wurden Spezialkräfte mit Spürhunden eingesetzt, die an den Fahrzeugen der Verdächtigen nach Rauschgiftspuren fahndeten. Für die meisten Seelower kam der Großeinsatz der Polizei am Rockerdomizil überraschend. Seit der Niederlassung der Clubs 2013 traten die Mitglieder kaum öffentlich in Erscheinung. Andreas Tiede hatte bei der Gründung der Niederlassung versichert, dass es nicht um den Aufbau einer gewaltbereiten Szene in der Kleinstadt gehe. Kurz nach der Vereinsgründung hatte es aber bereits eine erste Razzia bei den Red Devils gegeben. Die Bereitschaftspolizei hatte auch das Domizil des Seelower Rockerclubs durchsucht, die als Unterstützer der Hells Angels gelten. Es gab Verdachtsmomente, dass in Seelow Beweismaterial für den Mord an einem Türsteher zu finden sei, der 2013 vor dem Soda-Club in Berlin-Prenzlauer Berg verübt worden war.

Überrascht zeigte sich Seelows Bürgermeister Jörg Schröder (parteilos): „Ich hatte erst am Montag mit Andreas Tiede über das Clubfest der Devils am Wochenende gesprochen, das mit großem Polizeiaufgebot abgesichert worden war. Dieses Fest mit 30 Rockern ist friedlich verlaufen“, schätzte Schröder ein.

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