Totes Baby: : Polizei sucht weiter nach der Mutter

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In der Uckermark suchen Polizei und Bevölkerung weiterhin nach der Mutter eines toten Babys, das am 19. Mai 2014 an einem Weg bei Friedrichsthal in einer Plastiktüte entdeckt wurde.

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18. März 2015, 10:00 Uhr

In der Uckermark suchen Polizei und Bevölkerung weiterhin nach der Mutter eines toten Babys, das am 19. Mai 2014 an einem Weg bei Friedrichsthal in einer Plastiktüte entdeckt wurde. Die Kripo hatte sich an die Öffentlichkeit gewandt, um bei den Ermittlungen zu helfen.

Nach jüngsten Medienveröffentlichungen gingen bei der Kripo insgesamt 16 Hinweise aus der Bevölkerung ein. Sie beziehen sich ausschließlich auf die einzige wichtige Spur in diesem Fall – auf eine schwarze Plastiktüte, die nicht wie gewöhnlich Henkel hat, sondern an vier Laschen zugebunden werden muss. Das Produkt stammt aus Asien, wird aber auch in Europa vertrieben. Sämtliche Tipps von Anrufern verweisen auf Einkaufsgelegenheiten im polnischen Grenzbereich. Offenbar werden hier auch solche Tüten verwendet. Einzelne Hinweise kamen auch aus Hamburg und Cottbus – Ausdruck des großen öffentlichen Interesses an der Aufklärung des traurigen Falls.


Bisher 140 freiwillige Speichelproben


„Wir sind jetzt dabei, alle Hinweise zu prüfen und das Verkaufsgeschäft ausfindig zu machen“, sagt Kriminalhauptkommissar Jens Höwer von der Kripo aus Eberswalde. „Wir wollen feststellen, wo solche Tüten vorhanden sind und ausgegeben wurden, um auf diesem Wege Hinweise zu einer damals schwangeren Frau zu bekommen.“ Höwer rechnet mit einem Ergebnis in den nächsten Tagen. Parallel dazu laufen alle anderen Ermittlungen weiter.

Die Erwartungen der Polizei auf Hinweise zur Mutter des getöteten Babys blieben dagegen bislang unerfüllt. Obwohl nahezu jeder Besucher in dem kleinen abgelegenen Ort auffallen dürfte, hat offenbar niemand die Frau beobachtet, als sie das Baby am Ortsende von Friedrichsthal ablegte. Dieses lag nur 1,50 Meter neben einem Fernradweg auf einem Rasenstück.

Jetzt hoffen die Beamten auf die Mithilfe von Anwohnern entlang der Oder zwischen Schwedt und Gartz. Eine Fallanalyse geht davon aus, dass die Frau möglicherweise einen direkten Bezug zu dem Dorf hat, hier vielleicht Verwandte besaß oder sich aus anderen Gründen in diesem Gebiet auskannte. Alle Haushalte in diesem Suchgebiet haben ein Hinweisblatt mit speziellen Fragen erhalten. Damit soll die Bevölkerung sensibilisiert werden. „Wir gehen davon aus, dass es Personen gibt, die zwar Merkwürdigkeiten, Besonderheiten und ungewöhnliche Dinge in Bezug auf die mögliche Kindsmutter wahrgenommen haben, diese jedoch nicht mit Anzeichen einer Schwangerschaft beziehungsweise einer Geburt in Verbindung gebracht haben“, so Höwer.

Vielleicht bestehe die Befürchtung, eine vermeintlich Unschuldige anzuschwärzen. Bisher hat die Polizei bei 140 Frauen der Umgebung eine freiwillige Speichelprobe genommen. Durch die DNA könnte die Kindsmutter zweifelsfrei festgestellt werden.

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