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Haufenweise Probleme : Nicht jeder Hundehalter entsorgt das Geschäft seines vierbeinigen Freundes

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kontrollen der Hundehalter sowie die Aufstellung von Hundetoiletten durch die Kommunen bringen oft nicht den gewünschten Erfolg. Vandalismus an den Toiletten sowie Konflikte mit aggressiven Hundehaltern sind ein zusätzliches Problem.

Städte und Gemeinden in Brandenburg haben trotz Hundetoiletten und verstärkter Kontrollen Probleme mit Hundekot. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Kontrollen der Hundehalter sowie die Aufstellung von Hundetoiletten durch die Kommunen bringen oft nicht den gewünschten Erfolg. Vandalismus an den Toiletten sowie Konflikte mit aggressiven Hundehaltern sind ein zusätzliches Problem.

„Die Thematik Hundekot ist in Brandenburg an der Havel wie auch in anderen Städten ein Problem, für welches bisher noch keine generelle Lösung gefunden werden konnte“, sagte Sprecher Guido Zimmer. In der Mark sind tausende Hunde steuerlich erfasst. Aktuell werden laut Zimmer in Brandenburg/Havel 4063 Hunde gehalten. Allein in der Landeshauptstadt Potsdam gibt es 6000 steuerpflichtige Hunde, wie Sprecher Jan Brunzlow mitteilte.

Über die Zahl der streunenden oder nicht gemeldeten Hunde könne nur gemutmaßt werden. Herrchen oder Frauchen seien gesetzlich dazu verpflichtet, durch das Tier entstandene Verunreinigungen in der Öffentlichkeit zu entsorgen.

Bei Verstoß gegen diese Pflicht würden Bußgelder von bis zu 1000 Euro fällig. Zur Entsorgung stehen Brunzlow zufolge in Potsdam derzeit 30 Hundetoiletten, also Abfallbehälter mit Tütenspender, bereit. „Bis zum Ende des Jahres wird ein Konzept erstellt, ob die Standorte bedarfsgerecht sind oder wo neue Hundetoiletten aufgestellt werden“, sagte der Stadtsprecher.

In Brandenburg/Havel sollen nach Angaben des Sprechers vorerst keine Hundetoiletten aufgestellt werden, da jeder Hundebesitzer ein für die Kotaufnahme geeignetes Mittel mitzuführen habe. „Die Wartungs- und Betriebskosten einer Hundetoilette sind aufgrund von Vandalismus und Diebstahl sehr hoch“, erläuterte Zimmer.

Auch in Frankfurt/Oder wurden Hundetoiletten in den vergangenen Jahren wegen Vandalismusschäden abgebaut, wie Stadtsprecherin Vera Kubler sagte. In Cottbus gab es noch bis vor kurzem zwei Hundeauslaufwege im Norden und Süden der Stadt. „Die Kollision der unterschiedlichen Nutzer- und Interessengruppen hinsichtlich vorhandener Naturschutzbereiche sowie angrenzender Waldflächen ließ eine Weiterführung des Projektes nicht zu“, sagte Stadtsprecher Peter Lewandrowski.

Ohne Leine könnten Hundehalter ihre Vierbeiner derzeit auf fünf Hundewiesen laufen lassen, die demnächst ebenfalls mit Tütenspendern zur Entsorgung der Hinterlassenschaften versehen werden sollen. In Kleinmachnow stehen 20 Hundetoiletten mit Tütenspendern bereit. Weitere drei sind nach Auskunft einer Gemeindesprecherin in Planung. Die Unterhaltung der Hundestationen koste Kleinmachnow jährlich 15 000 Euro. Die Kommune habe trotz der Hundetoiletten Probleme mit nicht entsorgtem Kot.

„Viele meinen, dass man im Wald die Haufen ruhig liegen lassen darf, es kümmert viele auch nicht“, sagte die Sprecherin. Besonders schlimm sei es im Bereich der alten Stammbahntrasse zum Berliner Hundeauslaufgebiet. Um Anwohnerbeschwerden über die Verunreinigung nachzukommen, lassen die Kommunen nun verstärkt kontrollieren. Allerdings gestaltet sich das schwierig. „Das Ordnungsamt ist als solches erkennbar und in den seltensten Fällen lassen die Hundebesitzer dann den Haufen liegen“, sagte Potsdams Sprecher Jan Brunzlow.

In Frankfurt/Oder geraten Kontrolleure und aggressive, uneinsichtige Hundehalter oft aneinander. „Das gehört zum Tagesgeschäft“, sagte Vera Kubler. In Potsdam wurde 2013 ein Inspektor sogar angegriffen und mit einem Faustschlag im Gesicht verletzt. „Künftig wird es für die Kollegen eine freiwillige Schulung geben, damit sie auch im Ernstfall abwehrbereit sind“, sagte Brunzlow.

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