Landesjagdverband empört : Neues Jagdgesetz stößt auf große Kritik

Kritiker bemängeln, dass eine höhere Zahl geschossener Rehböcke zu einem noch ungünstigeren Geschlechterverhältnis  führt.
Kritiker bemängeln, dass eine höhere Zahl geschossener Rehböcke zu einem noch ungünstigeren Geschlechterverhältnis führt.

Zudem soll der Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft künftig Schonzeiten für Wild verkürzen oder verlängern dürfen, und dabei auch vom Bundesjagdgesetz abweichen können. Das sieht eine Novelle des Landesjagdgesetzes vor.

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25. Februar 2014, 08:21 Uhr

In Brandenburg sollen künftig auch Rehböcke nach dem 15. Oktober geschossen werden dürfen. Zudem soll der Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft künftig Schonzeiten für Wild verkürzen oder verlängern dürfen, und dabei auch vom Bundesjagdgesetz abweichen können. Das sieht eine Novelle des Landesjagdgesetzes vor, die morgen in erster Lesung im Potsdamer Landtag beraten werden soll. Hintergrund ist nach Angaben der Landesregierung vor allem der wachsende Rehwildbestand in Brandenburg.

„Während in den Herbstmonaten eine Bejagung des weiblichen Rehwildes einschließlich der Kitze beiderlei Geschlechts möglich ist, endet die Jagdzeit für Rehböcke zum 15. Oktober eines Jahres“, heißt es in der dieser Zeitung vorliegenden Begründung des Gesetzes. Da die Rehböcke aber nach dem 15. Oktober ihr Gehörn abwerfen, sei bei den herbstlichen Bewegungsjagden eine Verwechslung von männlichem und weiblichem Wild möglich.

„Derzeit stellt die Erlegung eines Rehbocks nach dem 15. Oktober eine Ordnungswidrigkeit dar“, argumentiert die Landesregierung. „Dies führt oftmals dazu, dass aus Furcht, versehentlich einen Rehbock zu erlegen, auch viele Möglichkeiten einer Erlegung weiblichen Rehwildes nicht genutzt werden.“

Auf scharfe Kritik stößt die geplante Neuregelung dagegen beim Landesjagdverband. In einer dieser Zeitung vorliegenden Stellungnahme heißt es, das Gesetz entziehe die „tier- und artenschutzrechtlich relevanten Jagdzeitenregelungen der parlamentarischen Kontrolle.“ Zudem führe eine höhere Zahl abgeschossener Rehböcke zu einem noch ungünstigeren Geschlechterverhältnis beim Rehwild. Auch der Landesjagdbeirat habe die Novelle im Dezember 2013 abgelehnt.



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