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Potsdamer Landtag : Neue Einblicke in die Abgeordnetentätigkeit

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die erste Plenarsitzung im neuen Landtag. Alles ist ein wenig anders. Im Gegensatz zum Gebäude auf dem Brauhausberg, wo Gäste und Journalisten nur die Rücken der Abgeordneten sahen, befinden sie sich nun hoch über ihnen.

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erstellt am 23.Jan.2014 | 11:47 Uhr

Die erste Plenarsitzung im neuen Landtag. Alles ist ein wenig anders. Im Gegensatz zum Gebäude auf dem Brauhausberg, wo Gäste und Journalisten nur die Rücken der Abgeordneten sahen, befinden sie sich nun hoch über ihnen. Das gewährt ganz neue Einblicke, regelrechte Spionagemöglichkeiten, auch ohne amerikanische Geheimdienste. Der Arbeitstisch mit den meisten Papieren ist der von Jutta Lieske (SPD). Ein System ist zwischen Ordnern, losen Blättern und Kalender nicht zu erkennen. Ganz anders bei Matthias Platzeck (SPD). Er hört die ganze Zeit, wenn er im Plenum sitzt, den Rednern aufmerksam zu. Akribisch korrigiert er währenddessen immer wieder sein Tablet, sein Smartphone und das Blatt mit der Tagesordnung. Alles muss stets im rechten Winkel liegen.

Hans-Peter Goetz (FDP) hat zu Beginn der Tagung eine Handvoll gelb-blaue Bonbons auf seinem Tisch drapiert. Am frühen Nachmittag hat er sich schon weit vorgearbeitet. Sein Fraktionskollege Raimund Tomczak sieht während der Aktuellen Stunde Fotos an – und zwar Bilder vom Neuen Landtag.

Bei den Linken ist Kerstin Kaiser fleißig und schreibt einen langen Text auf ihrem Laptop. Daneben sitzt Helga Böhnisch und schreibt ebenfalls. Allerdings tut sie das handschriftlich, eine Besonderheit inzwischen. Schließlich gibt es kaum einen Abgeordneten, der nicht demonstrativ Smartphone und Laptop vor sich liegen hat – und es natürlich auch nutzt. Elisabeth Alter (SPD) schreibt eine E-Mail – sicherlich dienstlich, so genau lässt sich das nicht ausmachen. Ein Besucher, der ein Opernglas nutzte, hätte vielleicht Genaueres sagen können.

Christoph Schulze, parteiloser Abgeordneter in den Reihen der Grünen, ist bei mehreren Suchdiensten im Internet unterwegs und landet dann bei kurzen Videosequenzen. Der Mediziner, der seine Facharztausbildung abschließt, scheint sich für Untersuchungen im Schulterbereich zu interessieren. Bei der CDU gibt es keine Auffälligkeiten. Allerdings ist es die Fraktion mit dem größten Bewegungsdrang: rein und raus aus dem Saal.

Die Minister an der Frontseite sehen nur die aufgeklappten Laptops, wenn sie in die Runde blicken. Sie selbst haben dicke Akten vor sich und streichen darin herum. Ab und zu kommt ein Mitarbeiter aus dem jeweiligen Haus und bringt Nachschub. Die Minister haben weniger Platz als im alten Landtag. Steht einer auf, müssen alle anderen rücken. Das hat Folgen. Nie war die Ministerbank so voll.

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