Drogen : Modedroge weiter auf Vormarsch

Sichergestelltes N-Methylamphetamin – auch „Meth“   oder „Crystal“ genannt
Sichergestelltes N-Methylamphetamin – auch „Meth“ oder „Crystal“ genannt

Die Modedroge Crystal Meth wird in Brandenburg zunehmend zum Problem. Die Polizei hat im vergangenen Jahr in 86 Fällen bei Kontrollen oder Wohnungsdurchsuchungen insgesamt 300 Gramm der synthetischen Droge beschlagnahmt.

svz.de von
13. März 2014, 14:48 Uhr

2012 waren es 59 Fälle, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittler erwischten damit mehr Konsumenten, aber fanden nicht mehr Drogen: 2012 stellten sie den Angaben zufolge 350 Gramm sicher.

Wie sehr die Anzahl der Beschlagnahmungen und die Drogenmenge auseinanderklaffen kann, verdeutlichen die Zahlen von 2011: Bei 35 Durchsuchungen wurden damals rund 1,3 Kilogramm Crystal gefunden, schilderte der Polizeisprecher. „Hintergrund ist, dass wir in Falkenberg bei einer gemeinsamen Durchsuchung mit sächsischen Kollegen einen einzelnen großen Fund sicherstellen konnten.“

Die Ermittler beobachten die Ausbreitung der synthetische Droge vor allem in der Grenzregion zu Sachsen. „Die Straftaten beschränken sich im Wesentlichen auf den Süden Brandenburgs“, sagte der Sprecher.

Die Ermittler sehen die Region als Ausläufer der sächsischen Szene. Diese bezieht die Aufputschmittel vor allem aus Tschechien, wo sich der Großteil der Drogenlabore befindet. Über Sachsen breitet sich Crystal in den neuen Bundesländern und Bayern aus. Die Partydroge, die inzwischen auch Arbeitnehmer konsumieren, um fit zu bleiben, führt zu körperlichem Verfall und Psychosen bis hin zum Tod nach längerem Gebrauch.

Laut Polizei bleibt der Missbrauch von Cannabis in Brandenburg aber das deutlich größere Problem. Etwa die Hälfte aller Drogendelikte wurde 2013 in diesem Bereich verzeichnet. Insgesamt stieg die Rauschgiftkriminalität laut Innenministerium im vergangenen Jahr um 10,5 Prozent auf 5173 Fälle. Der Anteil synthetischer Drogen – darunter vor allem Ecstasy – lag laut Polizei bei rund 28 Prozent.

In Sachsen ist der Anteil der ermittelten Drogendelikte mit Crystal an der gesamten Drogenkriminalität nach Darstellung des Innenministeriums dagegen gestiegen. Demnach wuchs er zwischen 2002 und 2012 von etwa 10 auf rund 50 Prozent. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) kündigte Anfang des Monats nach einem Treffen mit Behördenvertretern des Nachbarlandes eine intensivere Zusammenarbeit an.

Deutsche und tschechische Beamte sollen demnach künftig nach einem einheitlichen Leitfaden gegen die Drogenkriminalität in der Grenzregion vorgehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen