Forschung : Mit Heliumballon auf Wassersuche

Mit diesem Ballon soll künftig Grundwasser in bis zu 120 Metern Tiefe aufgespürt werden.
Mit diesem Ballon soll künftig Grundwasser in bis zu 120 Metern Tiefe aufgespürt werden.

Wasser ist in vielen Teilen der Erde ein knappes Gut. Forscher haben ein Verfahren entwickelt, mit dem die Suche effizienter wird.

svz.de von
18. Juli 2014, 11:33 Uhr

Mit einem riesigen Heliumballon gehen Forscher der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) auf Grundwassersuche. Auf einem Truppenübungsplatz bei Potsdam haben Geophysiker das neue System zwei Wochen getestet. Alles sei leicht zu handhaben und laufe stabil, sagte Projektleiter Friedrich Schildknecht auf dem Testgelände. In dem Ballon mit einem Durchmesser von 22 Metern, der nur wenige Meter über dem Boden schwebt, sind elektromagnetische Spulen eingearbeitet. Über diese wird im Untergrund ein Feld erzeugt. Danach werden die Spulen abgeschaltet. „Wir messen dann, wie schnell das elektromagnetische Feld im Boden zerfällt. Dies gibt uns Hinweise darauf, ob es Wasser gibt.“

Mit dem System, das sich die unterschiedliche Leitfähigkeit von Wasser und anderen Stoffen zunutze macht, kann Wasser in einer Tiefe von bis zu 120 Metern gefunden werden. Das System soll in trockenen Regionen weltweit eingesetzt werden.

Das Verfahren gibt es nach Angaben der Forscher bereits seit 30 Jahren. Bislang mussten die Geowissenschaftler die Spulen jedoch per Hand auf dem Untergrund auslegen. „Das war sehr mühsam und hat ewig gedauert“, erklärte BGR-Referatsleiter Uwe Meyer. Bei einem Entwicklungshilfe-Einsatz in Namibia sei Schildknecht auf die Idee gekommen. „An der angolanischen Grenze konnte wir nicht weitersuchen, weil überall Minen lagen“, schilderte er. Das Ballon-Verfahren sei kostengünstiger als die Suche per Helikopter, weil die schweren Messgeräte in einem Transporter am Boden bleiben. Nur die Spulen müssen in die Luft. Die Daten werden an einen Computer übermittelt, später mit GPS-Daten gepaart und zu einer Karte verarbeitet.

Die Entwicklung des riesigen Ballons hat laut BGR bisher 49 000 Euro gekostet. Die Tests in der Döbritzer Heide bei Potsdam hätten gezeigt, dass noch ein zusätzlicher Stabilisator nötig sei, erklärte Schildknecht. Er rechnet mit Folgekosten von bis zu 9000 Euro. Dazu kommen nochmals 1800 Euro für eine Heliumfüllung. „Das ist verglichen mit dem erzielten Nutzen kein Geld.“

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