Bus nicht fahrtauglich : Mit Fehlstart zur Klassenfahrt

Endlich kann es losgehen: Gestern Vormittag begannen die Oranienburger Schüler ihre London-Reise mit einem Tag Verspätung und einem neuen Bus.
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Endlich kann es losgehen: Gestern Vormittag begannen die Oranienburger Schüler ihre London-Reise mit einem Tag Verspätung und einem neuen Bus.

Oranienburger Schüler können Reise zunächst nicht antreten, weil der Bus Mängel hat.

svz.de von
07. Juli 2015, 08:00 Uhr

Eigentlich wollten die Schüler des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums (OSZ) schon am späten Sonntagnachmittag mit einem Reisebus von Oranienburg (Oberhavel) nach London aufbrechen. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass der eigens für die geplante Klassenfahrt bestellte Bus für die lange Tour offensichtlich nicht geeignet war. Ein Vater, der sein Kind verabschieden wollte, stellte fest, dass aus dem Fahrzeug Kühlflüssigkeit tropfte. Zudem funktionierte die Klimaanlage nicht. Im oberen Deck zeigte das Thermometer bereits 46 Grad Celsius an, wie die besorgten Eltern registrierten.

Sie wollten es genau wissen und riefen gemeinsam mit den Lehrern die Polizei, um den Bus überprüfen zu lassen. Die Beamten wiederum forderten ihre Kollegen von der Sonderüberwachungsgruppe Verkehrspolizei aus Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) an, die erhebliche Mängel am Kühlsystem feststellten. Anschließend begleiteten die Beamten den Bus zur Dekra, wo das Fahrzeug erneut gründlich in Augenschein genommen wurde. Dort stellte sich heraus, dass das Gefährt keinesfalls bereit für die lange Fahrt nach London war.

Die Experten machten Mängel am Lenkerlager, an der Bremsanlage und am Fahrgestell aus. Außerdem verlor das Fahrzeug Kraftstoff und Öl. „Die Weiterfahrt wurde dem Busfahrer nur bis zum nächsten Servicepunkt erlaubt – und zwar mit der Auflage, keine Fahrgäste mitzunehmen“, berichtete Polizeisprecherin Dörte Röhrs gestern. Gegen den Fahrer und das Busunternehmen seien Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten gestellt worden.

„Wir fahren seit 20 Jahren mit dem Unternehmen Alpetour aus Starnberg“, sagte OSZ-Schulleiter Dieter Starke. „Bis jetzt ist nichts passiert.“ Alpetour, ein Spezialist für Klassenfahrten und Gruppenreisen, hatte den Auftrag allerdings an einen Subunternehmen vergeben – an „enjoybus“ aus Marl in Nordrhein-Westfalen.

„Das aus dem Bus grüne Flüssigkeit raustropfte, kam uns komisch vor“, berichtete Starke. Außerdem sei der Schaden mit der Klimaanlage heruntergespielt worden. Das ginge schon, man könne ja die Fenster öffnen, habe es geheißen. „Das ist eine Frechheit, uns so etwas anzubieten“, resümierte der Schulleiter.

Der Geschäftsführer von „enjoybus“, Marc Ziegler, stellte den Fall anders dar. „Es wurden nur geringe Mängel festgestellt“, berichtete er. Noch am Sonntag sei der Bus „durch die Sicherheitsprüfung ohne Mängel gekommen“, sagte Ziegler.

Indes warteten die Oranienburger Schüler am Sonntag vergeblich auf eine Abfahrt. Nachdem auch ein Ersatzbus nicht gestellt werden konnte, verständigte sich die Schule mit dem Busunternehmen darauf, die Abfahrt auf den nächsten Nachmittag zu verschieben. Der neue Bus wurde ebenfalls von der Polizei untersucht und ohne Beanstandungen freigegeben.

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