Ausflugsziel : Mit 40 Sachen durch den Wald

Spaß bei der rasanten Talfahrt: Die zehnjährige Vivien Steffenberg  nimmt mit ihrem Schlitten eine der Kurven auf der Rodelbahn. Zwei Mal werden die Schlitten bergauf gezogen, die beiden Talfahrten sind insgesamt etwa 1000 Meter lang.
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Spaß bei der rasanten Talfahrt: Die zehnjährige Vivien Steffenberg nimmt mit ihrem Schlitten eine der Kurven auf der Rodelbahn. Zwei Mal werden die Schlitten bergauf gezogen, die beiden Talfahrten sind insgesamt etwa 1000 Meter lang.

Die Rodelbahn „Scharmützelbob“ in Petersdorf bei Bad Saarow lockt Brandenburger, Berliner und Urlauber gleichermaßen an.

svz.de von
24. Juli 2014, 07:59 Uhr

Fred Walter hat sich seinen lange gehegten Traum wahrgemacht. Eines Tages, es war um 1990, weilte er in Ungarn und entdeckte am Donauknie eine Sommerrodelbahn. Er fuhr eine Runde – und war begeistert. „Das wäre auch etwas für die Rauener Berge, dachte ich mir“, erzählt der heute 57-jährige Fürstenwalder. Rund zwei Jahrzehnte später war es soweit. Seit 2010 betreibt Walter gemeinsam mit zwei weiteren Gesellschaftern, darunter der renommierte Bahnen-Hersteller Wiegand, die Rodelbahn „Scharmützelbob“ in Petersdorf bei Bad Saarow. Statt der Rauener Berge wurde es der Petersdorfer Wald, weil es sich dort mit den Genehmigungen als einfacher herausstellte. „Dieser Standort war ein Glücksgriff“, sagt Walter heute. Seine Anlage liegt unmittelbar vor den Toren der Stadt Fürstenwalde, vor allem aber sind es nur wenige hundert Meter bis zur Autobahn, und nur wenige Kilometer bis zur Urlaubsregion am Scharmützelsee.

Entsprechend verteilt sich die Herkunft seiner Besucher. „Ein Drittel kommt aus der Region, ein Drittel sind Berliner und ein Drittel Urlauber“, sagt er. Gäste aus Polen gebe es auch, sie spielten aber eine geringere Rolle. Etwa 40 000 Leute kommen im Jahr. Ganz genau lässt sich das nicht sagen, weil nur die Zahl der Fahrkarten abgerechnet wird. Konzipiert ist die Anlage als Ganzjahresrodelbahn. „Nur bei Eis, Gewitter und Sturm müssen wir schließen“, sagt Walter. Voll wird es aber vor allem im Sommer, wenn es trocken ist und nicht allzu heiß. Dann ist in der Warteschlange mitunter etwas Geduld gefragt. Empfehlenswert sind daher vor allem die Sammeltickets für sechs Fahrten. Wer nicht alle aufbraucht, kann damit wiederkommen – unbenutzte Fahrscheine bleiben drei Jahre lang gültig.

33 Bobs sind auf der Anlage unterwegs, alle 15 bis 20 Sekunden kann einer per Rampe bis zum Start der Abfahrt hochgezogen werden. Dann beginnt die rauschende Fahrt über Kurven und durch einen Kreisel, ehe es auf einer weiteren Rampe ein zweites Mal hinauf geht. Etwa 1000 Meter Strecke kommen so zusammen, mit einem durchschnittlichen Gefälle von sechs Prozent. Wer die Bremse loslässt, braust mit bis zu 40 Stundenkilometern hinab. Fahren können Kinder ab drei Jahren; bis zu einem Alter von sieben Jahren allerdings nur in einem Zweierbob mit älteren.

Fred Walters Traum von der Rodelbahn war von Anfang an eine Erfolgsgeschichte. „Wir schreiben seit Beginn schwarze Zahlen“, sagt er. Ein Teil des Gewinns wird reinvestiert. Die Scharmützelbob GmbH erwarb eine alte Turnhalle, die sich neben der Anlage befindet. Früher trieben dort NVA-Soldaten Sport. Nun ist die Halle saniert, es entsteht ein Indoor-Spielplatz mit einem Kletterparcours als größter Attraktion. Eventuell soll er noch im August eröffnet werden.

Wer nach einigen Rodel-Abfahrten genug erlebt hat, kann sein sommerliches Sportprogramm indes auch anderswo in unmittelbarer Nähe fortsetzen. In der Ortsmitte gibt es auf dem Petersdorfer See eine Wakeboard-Anlage, in Bad Saarow lockt der Kletterwald Arbora. Wer es etwas ruhiger will, kann in dem Kurort auf der Ludwig-Lesser-Promenade am Seeufer flanieren und herrschaftliche Villen bestaunen, mit einem Dampfer der Schifffahrt zwei Stunden über den Scharmützelsee schippern oder an einer der zahlreichen Badestellen die Sonne und das Wasser genießen.

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