BKA bei Stadtausschuss : Merkels Bodyguards am Kiesweg

Made in Fürstenwalde? Bald sollen in der märkischen Stadt Bodyguards geschult werden.
Made in Fürstenwalde? Bald sollen in der märkischen Stadt Bodyguards geschult werden.

Im südwestlichsten Zipfel von Fürstenwalde sollen künftig die Bodyguards von Merkel, Schäuble und Co. ihr Handwerk lernen. Aus diesem Grund bot die Sitzung des Fürstenwalder Stadtentwicklungsausschusses dieser Tage etwas besonderes.

svz.de von
07. November 2014, 12:51 Uhr

Im südwestlichsten Zipfel von Fürstenwalde sollen künftig die Bodyguards von Merkel, Schäuble und Co. ihr Handwerk lernen. Das Bundeskriminalamt (BKA) will dort auf einem ehemaligen Kasernengelände sein zentrales polizeiliches Trainingszentrum schaffen.

Aus diesem Grund bot die Sitzung des Fürstenwalder Stadtentwicklungsausschusses dieser Tage etwas besonderes: das BKA stand auf der Matte. Es hatte aber keinen der Anwesenden im Visier, sondern wollte nur die Zustimmung der Abgeordneten.

Die 7,9 Hektar große Fläche am Kiesweg, im südwestlichen Zipfel Fürstenwaldes, auf die es das Amt abgesehen hat, gehört zwar zum größten Teil der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), aber im Flächennutzungsplan der Stadt ist das Areal als Waldfläche ausgewiesen. Um das Trainingszentrum für die BKA-Mitarbeiter zu schaffen, soll es „Sonderbaufläche“ werden. Und dem müssen die Stadtverordneten zustimmen.

Um sie zu gewinnen, erläuterte der Leitende Kriminaldirektor Jürgen Ebner die Bedeutung des BKA und vor allem des Personenschutzes. „Sie kennen sicher Bodyguards aus dem Fernsehen – aber dahinter steht sehr viel mehr“, sagte er und zählte mit Powerpoint-Präsentation auf: geschützte Fahrzeuge, Sicherheitstechnik, verdeckte Schutzmaßnahmen, Abwehr terroristischer Anschläge [...] All das erfordere umfangreiche Aus- und Fortbildung, die bisher dezentral verteilt sei, man müsse dafür Einrichtungen anderer Organisationen nutzen. Jetzt soll ein zentrales Trainingszentrum entstehen, und zwar in Fürstenwalde.

Warum hier? Vom bisherigen Eigentümer hatte das BKA das Gelände am Kiesweg 41 seit April 2013 schon für Übungen gemietet und offenbar für gut befunden, so dass es jetzt in drei Etappen zum Trainingszentrum ausgebaut werden soll. Zunächst werden die bestehende Gebäude und Wege saniert, später weitere Bauten wie Schießbahn, Taktikbau und Lehrsaal errichtet.

Für die Stadtentwicklung sah der Kriminaldirektor mehrere Vorteile: Ein verfallendes Gelände werde instand gesetzt. Es kann auch von der Polizei oder der Feuerwehr genutzt werden. Für die Anwohner – in der Nähe gibt es Wohnblocks und Siedlungshäuser – sei es gut, dass es dort künftig keinen Vandalismus mehr gibt, und sich keine „zwielichtigen Gestalten“ aufhalten. Und schließlich würden bei der Weiterentwicklung des Geländes auch Arbeitsplätze entstehen.

Die Abgeordneten interessierte vor allem, wie es mit dem Ersatz für die Waldfläche aussieht. Stadtplanungschef Christfried Tschepe verwies auf die Beschlussvorlage, in der neben dem Kiesweg auch die Erweiterung des Nordparks „Kleine Freizeit“ aufgeführt ist. Dort soll noch eine 1,7 Hektar große Fläche, die bisher für „Gesundheitlichen Zwecken dienende Gebäude und Einrichtungen“ bestimmt ist, Parkanlage werden. Und die Wertigkeit dieses Areals für die Erholung der Bürger sei sehr hoch, im Vergleich zur Fläche am Kiesweg.

Der Ausschuss befürwortete beide Änderungen des Flächennutzungsplanes. Den Beschluss dazu mussten die Stadtverordnetenversammlung fassen.

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