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In Prignitz, Uckermark und im Süden : Märkische Uhus sind wählerisch

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Einst waren die Tiere in Brandenburg ausgestorben, doch seit einiger Zeit werden Uhus in der Region wieder heimisch.

Die markanten Rufe des streng geschützten Uhus sind in manchen Regionen Brandenburgs wieder zu hören – auch in der Prignitz. Gut 100 Jahre fehlte von dem Vogel mit einer Flügelspanne von bis zu zwei Metern jede Spur.

„In Brandenburg ist der Uhu 1913 ausgestorben“, sagte Matthias Freude, Präsident des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Das Tier sei stark verfolgt worden. Vielen Menschen galten die Nachtvögel, auch Eulen, als Sinnbild des Bösen und seien deshalb getötet worden. „Tote Uhus wurden damals ans Scheunentor genagelt oder an Wände.“

Auch aus diesem Grund habe der Naturschützer Kurt Kretschmann (1912-2001) die Eule als Symbol für den Naturschutz gewählt, berichtete der Professor. Das Zeichen zeigt eine schwarze Eule auf gelbem Grund. „Er fand das so unmöglich, dass die Eulen mit Hexenglauben in Verbindung gebracht wurden“, sagte Freude.

Während vor allem in Süddeutschland Uhus von Hand aufgezogen und ausgewildert wurden, vertraute Brandenburg auf die natürliche Rückkehr des Vogels. „Und tatsächlich 1991 war das erste Brutpaar wieder da“, so Freude. Bis 2009 habe es zwischen einem und drei Brutpaare in der Mark gegeben. Die Zahl sei dann sachte gestiegen, auch neun Paare im vergangenen Jahr. Und 2014? „In diesem Jahr habe ich schon einen gehört.“

Zu überregionaler Bekanntheit brachte es vor fast genau einem Jahr eine Uhu-Familie, die just auf einem Brückenpfeiler in der Oder bei Bienenwerder (Märkisch-Oderland) ihren Nachwuchs großzog. Wegen der streng geschützten Tiere durfte die Draisine zwischen Deutschland und Polen damals nicht fahren. In diesem Jahr fährt die Draisine seit Anfang März über die Brücke nach Polen, wie die Veranstalter mitteilten. Auf den Pfeilern niste kein Uhu, sagte ein Sprecher. „Aber Leute haben ihn schon gehört.“

Freude berichtete von einem anderen kuriosen Brutplatz: Ein Uhu brütete auf einer Jagdkanzel. Nach Worten von Freude fehlt es dem Uhu (lateinisch bubo bubo) in Brandenburg noch an einer gewissen Startpopulation. Dies sei beispielsweise dort gegeben, wo Vögel ausgesetzt wurden. „Wir brauchen eine Grundanzahl“, meinte er. Viele Tiere kämen beim Anflug an Stromleitungen sowie im Straßenverkehr ums Leben. „Sie suchen dort nach Mäusen.“ Allerdings würden den Greifvögeln Lastwagen zum Verhängnis. „Die Tiere werden nicht überfahren, aber vom Luftwirbel der Fahrzeuge erfasst und auf die Autobahn gezogen. Das ist eine Haupttodesursache.“ Auch fehlende Beute durch die großen Agrarflächen seien ein Grund. Der Uhu ernährt sich unter anderem von Mäusen und Kaninichen. „Der Uhu ist einer der wenigen, der auch Igel frisst“, erzählte Freude. „Da ist er ganz geschickt.“

Das Verbreitungsgebiet des Uhus seien Uckermark und Prignitz sowie ein Gürtel im Süden des Landes in der Elbe-Elster-Region. „In der Mitte gibt es keine.“ Weshalb das so sei, sei unbekannt.

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