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Brandenburg-tag : Märkische Schlemmerreise

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Gestern war kaum ein Durchkommen, als Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit einem Rundgang den traditionellen Brandenburg-Tag eröffnete.

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erstellt am 20.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Dichtes Gedränge herrscht an jedem Tag der Grünen Woche in der Brandenburg-Halle. Gestern war kaum ein Durchkommen, als Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit einem Rundgang den traditionellen Brandenburg-Tag eröffnete.

Häppchen sind zwar gut, aber die größte Freude bereitet Dietmar Woidke, hinter dem Zapfhahn zu stehen. Am Stand der Neuzeller Klosterbrauerei reicht der Landesvater ein frisches „Urkraft“ an die Brandenburger Ernteköniginnen in seinem Gefolge weiter, die vorsichtig an den Gläsern nippen. „Das erinnert mich an meine Jugend“, erzählt Woidke. In seiner Studentenzeit habe er in einer Kneipe gearbeitet. „Ich war jung und brauchte das Geld“, meint er launig.

Beste Stimmung herrscht auch an den anderen 80 Ständen in der Halle 21a. Für die heimischen Produzenten von Wurst, Käse, Obst, Schnaps, Backwaren, Eis und Konserven ist der Brandenburg-Tag der beste Zeitpunkt, um sich einem großem Messepublikum zu präsentieren. Ein Foto mit dem Ministerpräsidenten, der möglichst jeden Anbieter besucht und überall verköstigt wird, bedeutet ideale Werbung.

Woidke selbst spricht von einem der „schönsten Schaufenster“ des Bundeslandes. Während Brauereichef Stefan Fritsche seine neuesten Kreationen präsentiert, darunter drei frische Craft-Biersorten, die nur in kleiner Charge auf Vorbestellung von Kunden produziert werden, sind auch woanders Neuheiten im Angebot. Etwa schwarzes Eis des Cafés „Cadillac“ aus Templin. Die Färbung in dem Bio-Kirschen-Eis entstehe durch Zusatz von reiner Pflanzenkohle, sagt Inhaber Olaf Köller. „Jeder will das probieren“, sagt er stolz. Dabei ist sein Sortiment, das teilweise mit Ziegen- oder Stutenmilch hergestellt wird, schon recht exotisch.

Auch der Inhaber des „Siedlerhofs“ in Werder/Havel, Michael Schulz, wagte die Produktion einer für die Mark eher untypischen Spezialität: von Whiskey und Gin. Schon die Obstbrände wurden mehrfach auf Weltmeisterschaften für Spirituosen ausgezeichnet. Andere Anbieter fallen ebenso mit ihren Produkten auf. So bietet die Oranienburger Manufaktur Hempfwood einen veganen Brotaufstrich auf Hanfsamenbasis an. Die Eberswalder Wurst GmbH stellt Würstchen für Vegetarier her, selbstverständlich frei von Laktose und Gluten.

Mehr Anbieter denn je sind aus der Bio-Branche vertreten: allein 15 heimische Betriebe in der Brandenburg-Halle, erzählt Michael Wimmer, Geschäftsführer der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau. „Wer hier ist, hat es geschafft. Andere Landwirte haben aber nicht die finanziellen Mittel für Marketing“, sagt er. Dabei steige der Bedarf nach regionalen Produkten weiterhin.

Derweil geriet Knut Diete vom „Kranhaus“ in Wittenberge ins Schwitzen. Er sollte mit Woidke zusammen ein „rückwärts gegartes Filet“ von Brandenburger Straußen zubereiten. Viel Hilfe erwartete er nicht: „Ein Lächeln reicht mir schon.“

 

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