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Erstes Adipositas-Programm startet im Land : Märkern geht‘s an den Speck

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Demnach haben 57,5 Prozent der Märker einen Body-Mass-Index (BMI) von über 25. Ab diesem Wert sprechen Mediziner von Übergewicht.

svz.de von
erstellt am 18.Dez.2014 | 15:32 Uhr

Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen es: Viele Brandenburger sind zu dick. Demnach haben 57,5 Prozent der Märker einen Body-Mass-Index (BMI) von über 25. Ab diesem Wert sprechen Mediziner von Übergewicht – Normal sind zwischen 18,5 und 24,99. Bundesweit leben nur in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt noch mehr Übergewichtige.

Der Body-Mass-Index errechnet sich aus dem Körpergewicht dividiert durch das Quadrat der Körpergröße. Ein BMI von über 30 gilt als krankhaftes Übergewicht (Adipositas). Hier drohen schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gelenkbeschwerden. Mit einem neuen Adipositas-Programm wollen die AOK Nordost und die Havelland Klinken GmbH nun den Brandenburgern an den Speck. Die Partner haben einen Vertrag über die Durchführung des Programms abgeschlossen. Es ist der erste seiner Art im Land Brandenburg. Die ersten Patienten beginnen die Behandlung im neuen Jahr.

Angesprochen sind in erster Linie Patienten mit großem Übergewicht und einem BMI von mehr als 35, die unter dadurch bedingten Folgeerkrankungen leiden. Herzstück des Programms wird die interdisziplinäre Diagnostik und Therapie sein. Dabei arbeiten im Adipositas-Zentrum der Havelland-Kliniken Ärzte mit Ernährungswissenschaftlern, Sporttherapeuten und Psychologen zusammen. Ziel der umfassenden Ernährungs,- Bewegungs- und Verhaltenstherapie ist es, dauerhafte Impulse für einen gesunden Lebensstil zu setzen. Dieses Ziel wird mit jedem Patienten individuell festgelegt. Nach dem Ende der sechs- beziehungsweise zwölfmonatigen Maßnahme bieten die beiden Klinikstandorte Nauen und Rathenow regelmäßige Nachsorgen an. Auch der behandelnde Hausarzt soll weiterhin Ansprechpartner bleiben.

Harald Möhlmann, Geschäftsführer Versorgungsmanagement bei der AOK Nordost, ist von dem Programm überzeugt: „Die vernetzte Diagnostik und Therapie sowie eine individuelle Betreuung im Zusammenspiel mit dem Selbstmanagement der Patienten setzen Maßstäbe.“ Die Patienten würden von der Versorgung aus einer Hand profitieren.

„Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit der AOK diesen neuen Weg zur individuellen Behandlung der Adipositas gehen können“, sagt Stefan Lenz, Leiter des Adipositas-Zentrums der Havelland-Klinken. „Durch die nahtlos aufeinander abgestimmte Betreuung in unserem Team können wir die Gesundheit und die Lebensqualität der Patienten erheblich verbessern“, erklärt der Arzt. Beim Thema Übergewicht gibt es übrigens einen deutlichen Geschlechterunterschied. Während fast zwei Drittel der Brandenburger Männer Übergewicht haben, ist bei den Frauen nur jede zweite betroffen.

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