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Tragischer Sturz Am Werbellinsee : Mängel nach Todesfall aufgedeckt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ein Junge starb in einer Freizeitanlage – nun droht dieser nach ersten Untersuchungen die Schließung.

Nach dem Tod eines zwölfjährigen Jungen droht der Europäischen Jugenderholungs- und Begegnungsstätte (EJB) am Werbellinsee die Schließung. Hintergrund sind Sicherheitsmängel, die der Betreiber bis heute abgestellt haben muss.

Der Zwölfjährige war Anfang vergangener Woche auf tragische Weise in der Kinder- und Jugendbegegnungsstätte in Joachimsthal (Barnim) ums Leben gekommen. Bei einem Sturz von einer Treppe hatte er sich so schwere Verletzungen zugezogen, dass er noch am Unfallort starb. Die genauen Umstände müssen noch geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter, sagte eine Sprecherin. Unter anderem wird untersucht, ob die Treppe Sicherheitsmängel aufwies. Ermittlungen gegen Personen gebe es zum jetzigen Zeitpunkt nicht, hieß es.

Vertreter der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) hatten die Einrichtung besichtigt. Dabei seien Sicherheitsmängel festgestellt worden, bestätigte BGN-Sprecher Michael Wanhoff. Man habe sofort die Sperrung des Geländes angeordnet, die Verfügung jedoch bis Dienstag außer Kraft gesetzt.

„Als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung müssen wir von Amts wegen handeln, betonte Wanhoff mit Blick auf den Unfalltod des Kindes. Noch vor Ort sei ein Maßnahmenplan erarbeitet worden. Der Betreiber der Begegnungsstätte habe nun bis heute Zeit, die Mängel zu beseitigen. Erste Maßnahmen seien bereits am vergangenem Donnerstag durchgeführt worden. So seien etwa beide Treppenzugänge zum See gesperrt worden. „Sowohl die Gäste als auch die Mitarbeiter müssen geschützt werden“, sagte der Sprecher der für Arbeitsschutz zuständigen Berufsgenossenschaft.

Zurzeit sind mehr als 500 Kinder und Jugendliche zu Gast in der Begegnungsstätte. „Wir werden sämtliche Maßnahmen bis zum festgelegten Termin abarbeiten“, kündigte Geschäftsführer Reinhard Meier an. Man wolle alles dafür tun, um einen „ordentlichen und sicheren Betrieb“ zu gewährleisten.

Der zuständigen Bauaufsichtsbehörde im Landkreis waren die Mängel offenbar unbekannt. Seit Jahren kritisieren Experten, dass die ordnungsgemäße Bauunterhaltung oft unüberwacht bliebe. Beim Bauministerium in Potsdam hieß es dazu, dass Betreiber von Jugendeinrichtungen selbst aufgefordert sind, Schäden zu erkennen und zu beseitigen.

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