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Nichts geht mehr: : Lokführer streiken zum Ferienbeginn

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Lokführer wollen zum Ferienbeginn in Berlin und Brandenburg das gesamte Wochenende streiken. Von heute gegen 2 Uhr, bis Montag, 4 Uhr, sollen die Züge im Fern- und Regionalverkehr stehen bleiben, ebenso die S-Bahnen.

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erstellt am 17.Okt.2014 | 22:00 Uhr

Die Lokführer wollen zum Ferienbeginn in Berlin und Brandenburg das gesamte Wochenende streiken. Von heute gegen 2 Uhr, bis Montag, 4 Uhr, sollen die Züge im Fern- und Regionalverkehr stehen bleiben, ebenso die S-Bahnen, wie die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)gestern ankündigte. Die Bahn warnte vor massiven Einschränkungen für Reisende. Sie reagierte bereits gestern nachmittag mit einem Ersatzfahrplan. Sie will so erreichen, dass während des Streiks ein Drittel der Züge fahren kann.

In der Region stieß die Streikankündigung auf Kritik. Berliner und Brandenburger, die zum Ferienbeginn mit der Bahn verreisen wollten, müssen damit umplanen. Im Nahverkehr können sie auf Busse und Straßenbahnen ausweichen, in Berlin zudem auf die U-Bahn. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) gehören dem Land und sind deshalb von dem Streik bei der Bahn-Tochter S-Bahn nicht betroffen. Sie stellt sich nach eigenen Angaben auf massive Ausfälle bei der S-Bahn und im Regionalverkehr ein. Bei Bedarf sollen längere U-Bahn- und Straßenbahnzüge fahren.

Beim jüngsten Streik am Mittwoch und Donnerstag hatte die BVG im Berufsverkehr nach eigener Schätzung bis zu 60 Prozent mehr Fahrgäste. Am Wochenende gibt es gewöhnlich aber weniger Fahrgäste. Die BVG rief die Kunden zur Rücksichtnahme auf: einander aussteigen lassen und Fahrräder am besten nicht mit in die Züge nehmen.

Viele Brandenburger Gemeinden sind wegen des Streiks vom Bahnverkehr abgeschnitten, auch wenn Bahn-Konkurrenten wie die Odeg und die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB)nicht betroffen sind. „Rheinsberg ist an diesem Wochenende nicht mehr mit dem Zug erreichbar“, sagte etwa Bürgermeister Jan-Pieter Rau (CDU). Der Streik zu Ferienbeginn sei bedauerlich. Schon der jüngste Streik habe viele Pendler aus der Region getroffen.

„Ohne die S-Bahn sind Erkner, Woltersdorf, Schönwalde von Berlin abgeschnitten“, sagte der Landrat des Kreises Oder-Spree, Manfred Zalenga (parteilos). Wegen der vielen Streckenarbeiten in den vergangenen Wochen sei die Geduld der Fahrgäste ohnehin überstrapaziert. „Ich finde den neuerlichen Streik nicht gerade lustig“, sage Zalenga. „Ein ganzes Wochenende den Schienenverkehr lahmzulegen, das geht gar nicht.“

Mit dem Streik will die GDL die Bahn zu Entgegenkommen im laufenden Tarifkonflikt zwingen. Der Vorsitzende Claus Weselsky forderte, das Management müsse seine Blockade beenden und mit der Gewerkschaft über die Tarifverträge für das Zugpersonal verhandeln. Im Güterverkehr sollte der Streik schon gestern beginnen.

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