polizei bei facebook : Likes für den Freund und Helfer

Tagsüber wird das Profil vom Redaktionsteam, nachts dann vom Lagedienst der Polizei überwacht.
Tagsüber wird das Profil vom Redaktionsteam, nachts dann vom Lagedienst der Polizei überwacht.

Wer die Ermittlungsarbeit der Brandenburger Polizei mag, kann das jetzt mit dem berühmten Like-Daumen zum Ausdruck bringen.

svz.de von
31. Juli 2015, 07:56 Uhr

Wer die Ermittlungsarbeit der Brandenburger Polizei mag, kann das jetzt mit dem berühmten Like-Daumen zum Ausdruck bringen: Denn Brandenburgs Polizeipräsidium ist seit gestern ganz offiziell im sozialen Netzwerk Facebook vertreten. Zusammen mit den Polizeibeamtinnen Anja Resmer und Stefanie Neumann, die den Internetauftritt erarbeitet hatten, drückte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke gestern auf den berühmten Knopf, der in diesem Fall die Taste einer Computermaus war, um die Fanseite der Brandenburger Polizei in dem sozialen Netzwerk freizuschalten.

Die Ersten sind die Brandenburger damit freilich nicht: Andere Bundesländer sind mit ihrer Polizei schon länger im Internet vertreten. Die sächsische Polizei startete ihre Facebookpräsenz beispielsweise am 27. Februar, heute hat sie mehr als 27  000 Fans. Und die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern kommt sogar auf fast 30  000 Anhänger. Gemeinsam ist allen Auftritten, dass keine Notrufe getätigt oder Anzeigen aufgegeben werden können. „Dafür haben wir weiterhin die Internetwache“, sagte Mörke.Und Resmer verwies darauf, dass das online-Portal vor allem dem Dialog mit den Internetnutzern dienen solle. Die Polizei wolle in den sozialen Medien „seriös, transparent und aktuell“ wirken. Deswegen würde das Profil auch rund um die Uhr beobachtet.

In der Anfangszeit sollen eine bis drei Meldungen pro Tag die Alltagsarbeit der Polizei darstellen. Als Beispiele nannte Resmer etwa eine Nachricht von der Eröffnung der neuen zentralen Leistelle der Polizei in Potsdam. Oder einen Bericht über das in Luckenwalde entlaufene Känguru. Fahndungen dagegen wird es nur im absoluten Ausnahmefall geben: Aus Datenschutzgründen dürfen Fahndungsbilder nicht auf den amerikanischen Servern von Facebook gespeichert werden, so Mörke. Gestern begann der Facebook-Auftritt deswegen mit einer Nachricht über den Start des Facebook-Auftritts – und gleich der erste Kommentar fragte die Polizisten, ob sie nichts Besseres zu tun hätten, als bei Facebook aktiv zu sein.

„Wir wollen mehr Vertrauen der Bürger in die Arbeit der Polizei wecken“, sagte dagegen Anja Resmer. Zudem sollen junge Leute auf den Beruf des Polizisten aufmerksam gemacht werden, deswegen soll es auf der Seite auch Hinweise auf die Fachhochschule der Polizei in Oranienburg geben.

Und: Weil es an vielen Stellen des Internets von unerträglichen Kommentaren pöbelnder Kleinbürger nur so wimmelt, habe sich die Polizei entschieden, ihre Seite mit einem automatischen Beleidigungsfilter zu versehen. Wer Begriffe wie „Bullen“ oder „All Cops are Bastards“ oder die Abkürzungen davon in seinem Kommentar verwende, werde gar nicht erst auf der Seite angezeigt. „Bei wiederholten Diskriminierungen oder Beleidigungen werden wir die Nutzer auch blockieren“, kündigte Resmer an.

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